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19. September 2012 3 19 /09 /September /2012 14:23

Der kleine Komet


Der große Komet sprach zum kleinen Kometen, als er dessen Herz auf einmal leuchten sah: „Vergiss sie, sie wird nie dein, ihr seid zu unterschiedlich!“. Doch der kleine Komet liebte sie zu sehr, als dass er hätte auf ihn hören können, auch wenn sein Verstand ihm das gleiche sagte. Er blickte tagelang hinab, seufzte, wenn sie seufzte und freute sich, wenn sie lachte.

Seine Sehnsucht war so groß, dass er eines Tages zum großen Kometen ging, um sich zu verabschieden. Dieser hieß ihm noch einmal, doch dazubleiben, er würde verglühen, wenn er sich der Erde näherte, so sei es Gesetz. Doch der kleine Komet lächelte ihn an und sagte: „Wenn ich hier bleibe, dann habe ich jeden Tag das Gefühl, als würde ich verbrennen, und dies ist eine viel schlimmere Qual! Ich muss es versuchen, vielleicht schafft es meine unendliche Liebe, dieses Gesetz zu brechen“.

Und so machte er sich auf den Weg. Seine Reise währte recht lang, doch als er sich dem Hause der geliebten Frau langsam näherte, freute er sich sehr, würde er doch bald bei ihr sein. Doch plötzlich bemerkte er, wie seine äußerste Schicht langsam Feuer fing und er spürte Schmerzen, die ihm ungeheuerlich erschienen. Dabei wollte er doch nur zu ihr…

Da rief er zu den Wolken, sie mögen doch Regen hergeben, und begann zu weinen. Die Wolken mochten den kleinen Kometen auf Anhieb sehr und bewunderten ihn zudem für seinen Mut, hatten sie doch schon lange davon geschwärmt, über die Berge hinfortzuschweben, und doch so große Angst, die Bergspitzen würden sie zerreißen wenn der Wind sie nicht  hoch genug tragen würde.
So waren sie sofort bereit, ihm zu helfen und es begann in Strömen zu regnen.

Die Frau, die den Regen so sehr liebte, trat erfreut ans Fenster, legte ihr Ohr ans Fenster und schaute hinaus. Da sah sie von weit her den Kometen fliegen, direkt in ihre Richtung. Sie freute sich sehr, hatte sie doch noch nie einen Kometen von so nahem gesehen. Doch trotz dass sie wusste, dass er näher kam, schien es als würde er immer kleiner werden. Sie sprang zum Stuhl, nahm geschwind ihren Morgenmantel und zog ihn sich über, während sie die Wendeltreppe hinunter stürmte um zum Ausgang in den Garten zu gelangen.

Dort stand sie dann und starrte weiter den Kometen an. Er erschien ihr so wundervoll, so vollkommen. Der Komet indess weinte vor Glück, hatte er die Hoffnung doch nicht aufgegeben, seine Reise zu überstehen. Er verglühte zwar immer mehr, trotz des Regens, und doch..

Ein paar Meter weit von ihr entfernt platschte es. Sie rannte zu der Pfütze, die den Kometen aufgefangen hatte, und suchte nach ihm.

Dann endlich, nach angestrengtem Schauen, entdeckte sie einen Stein, der sonderbar glänzte, ein wenig rot, ein wenig silbern. Sie nahm ihn behutsam in die Hand und dachte bei sich:

„Dies ist wohl alles, was von dem kleinen Kometen übrig geblieben ist!“ und damit hatte sie recht. Es war sein Herz, welches nicht verglühte. Denn dies war es schon gewohnt, dies hatte es jahrelang erlebt, ein Glühen konnte ihm nichts anhaben.

Also fand das Herz des kleinen Kometen einen Platz bei ihr – in der Vitrine neben anderen, wundervollen und einzigartigen Sachen.
Sie allerdings sollte erst viel später erfahren, was es mit diesem Ding, was ihr wie ein Stein erschien, auf sich hatte.

 

 


 

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sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

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