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18. Februar 2012 6 18 /02 /Februar /2012 12:42

 


 

 

 

18.02.2012

 

Und da sagen sie dir, du wirst wahrscheinlich nie mehr sehen.

Und da sagen sie dir, einfach so, es dauert ein Jahr.

   Mindestens.

 

Und da sagen sie dir, du sollst aufgeben.

Sie sagen dir, du sollst das Studium vergessen, welches dir so Kraft gab.

Und da sagen sie dir - es wird immer und immer wieder kommen, fraglich ob das ein Ende nimmt.

Und da sagen sie dir, wenn es immer wieder schlimmer wird, muss eine  Operation angesetzt werden.

 

Und das sagen sie dir einfach so, und du weißt damit nicht umzugehen.

Gibst dann auf, denkst dir so: Das Leben hat sich erst mal geschissen.
Leben? Was ist das?

Was war das doch noch gleich?

 

Und da steh` ich also jetzt hier, und denke mir so:

Geschafft !

 

Dachte mir: Scheiß auf`s Sehen! Wirst schon mit leben können, hast ja noch ein andres Auge. Gibt schlimmeres.

Dachte mir auch: Ein Jahr, was ist das schon? Irgendwann wird es ja wohl ein Ende haben.

Dachte so im Stillen: Wenn das vorbei ist, werde ich halt leben wie nie zuvor! Werde das Jahr einfach nachholen!

 

Laut sagte ich dann: Man kann schon damit leben, was soll das denn, es ist nicht das Ende!

Noch lauter sagte ich: Ich gebe das Studium nicht auf! Um nichts in der Welt, irgendwie wird es schon machbar sein, auch wenn ich nicht hingehen kann, mach ich halt alles zu Hause!

Und ich rief laut heraus: ICH LEBE JETZT! Ich lasse mir das nicht nehmen.

 

Und dann ging ich los und tat mein Bestes.

 

Erstaunlich war vor allem, was die anderen dachten. Und denken.

Noch erstaunlicher war es, was man mir da so sagte, wenn man mich fragte, was das denn sei und ich berichtete.

 

1: "Damit kann man doch nicht leben, Sie dürfen doch nicht ihr Augenlicht aufgeben, wie schrecklich ist das denn"

Ich:" Was soll ich tun, als mich damit abzufinden? Etwas anderes kann ich ja doch eh nicht tun. Ich kann dem Auge ja nicht sagen: Los- sehe wieder- und es sieht wieder!"

1: "Aber das ist furchtbar, Sie sind so jung, und dann schon so etwas ..."

Ich: "Nunja, andere erfahren schlimmeres. Und ich habe mich erstaunlich schnell daran gewöhnt!"

1: "Das können Sie doch so nicht sagen!!! (Die Empörung strotze ihr aus dem Gesicht) Wieso an anderen messen, wenn man selber Leid erfährt! Und wie meinen, daran gewöhnt, sie DÜRFEN das einfach nicht so hinnehmen!"

Ich: "Ich bin sehr froh, es akzeptiert zu haben. Am Anfang war es sehr schlimm, aber es gibt nunmal doch schlimmeres! Es war ein Kampf mit mir selber - und hier bin ich und, trotz der Lage zufrieden, denn eigentlich habe ich doch alles was ich brauche!"

1: "Nein, nein, nein. Sie dürfen einfach nicht... Es ist mir unbegreiflich! Wie können Sie nur-..."

Ich: "Was soll ich tun? Mich etwa im Selbstmitleid baden? Soll ich jetzt vor schlechter Laune mich heim einsperren, nicht mehr herausgehen, mein Leben aufgeben? Soll ich mir jetzt Tag für Tag Gedanken machen, was wäre wenn und wie schön es wäre, wäre mir das nicht passiert? Das bringt nichts, im Gegenteil. Es macht alles nur viel schlimmer, als es eigentlich ist" - Und ich drehte mich um, und ging. Kopfschüttelnd!

 

Anmerkung:

1 war eine Apotherin, bei der ich meine gefertigten Tropfen abholte.

Es ist unglaublich.

Man soll sich also leiden, hört hört!

 

 

 

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Die noch fehlenden Artikel werden auch bald vertont, bitte um etwas Geduld ;) Frisst doch alles recht viel Zeit, weshalb ich nicht immer sofort dazu komme, das Geschriebene auch in auditiver Form bereitzustellen.

 

 


Zudem: Wenn ihr auf einer Seite landet, auf der Musik losspielt und

diese aber nicht euer Fall ist, einfach runterscrollen. Der Player befindet

sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

Ich wünsche euch viel Spaß.

 

 


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