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3. August 2012 5 03 /08 /August /2012 23:15

Dunkelheit da draußen, die Sterne nicht zu sehen, da graue Wolken den Himmel bedecken und die Nacht dadurch eher wirkt, als wolle sie heute mal Tag sein.

Ich streife mit der rechten Hand meinen Linken Arm, denn mir fröstelt. Dabei fällt mir auf, wie unwirklich ich mich doch fühle, was nicht zuletzt an der Musik liegt, die durch meine neu gekauften Ohrhörer in den Kopf dröhnt.

Ich laufe weit, denn es fährt nichts mehr, was mich heim bringen könnte, außer ich würde ein Taxi nehmen.

Dann aber müsste ich mit dem Taxifahrer ein paar Worte austauschen, mindestens!

Wenn es nicht sogar einer von den penetranten Fahrern ist, bei denen man um Gespräche nicht drumrum kommt, da sie denken, sie müssten jedem Fahrgast ihre wichtigen Erkenntnisse über das Leben mitteilen.

Also lauf ich weiter, und denke wieder an die Ereignisse, die mehr oder minder lange her sind und die dennoch meine Gedanken jeden Tag benebeln.

Ich schaffe es, sie nur zu denken und nicht zu durchleben, denn ich habe gelernt, mich zu kontrollieren.

Manchmal habe ich schon das Gefühl, als sei ich eine Maschine, die vor sich hinläuft. bestimmte Programme wurden installiert.

Ich kann lachen. Ich kann froh sein. Zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Doch alles negative - habe ich schon vor langer Zeit von mir abgeschüttelt.

 

Bleibe kurz stehen.

Zu meiner linken ein riesiges Schaufenster, indem Backwaren zur Schau gestellt werden. Die Scheibe spiegelt.

Ich blicke hin und bemerke - wie jedes Jahr - dass die Sonne mich hat unbeschadet gelassen.

Ich blicke hinein und erkenne, wie sehr ich mich doch verändert habe.So stehe ich, einige Minuten. Betrachte das was ich sehe, und es mag mir einfachnicht gefallen.
Wahrscheinich, weil ich einer der wenigen Menschen bin, die wirklich wissen, was in mir geschehen ist und wer oder was ich nun bin.

Denn wer nicht immer wieder genauestens hinschaut, kann es nicht erkennen. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn wäre es anders, dann hätte man mich gefragt. Und das bestimmt nicht nur einmal.

Und dann - hätte ich das nicht überlebt!

 

Drehe meinen Kopf weg, bleibe trotzdem noch dort stehen. Blicke wieder in das Fenster, nur um das Gleiche wie vorher zu sehen. Spiele das Spiel noch ein paar Mal, zum Glück steht hier nirgends ein Stuhl ist mein letzter Gedanke -

ich nehme die Beine, welche geschunden sind und viele Narben tragen, in die Hände und laufe!

 

 

Und in mir ruft es:

Ich konnte nicht mitgehen!

Warum habe ich nicht geklingelt? Weshalb habe ich meine Angst und meine Wut damals siegen lassen?

Weshalb konnte ich nicht stark sein?

 

Und irgendwann komme ich dann zum Stehen. Eine Träne. Und schon ist es wieder vorbei. Es ist einfach vorbei. Ich fühle mich wieder wie vorher - tot!

Ich bin taub, stumm, starr.

 

Und so geht es immer. Maximal fünf Minuten. Nie länger, eher zwei Minuten, ehe alles vorbei ist.

Es ist mehr als ein Jahr her.

Mehr als ein Jahr. Es gab drei Tage, an denen ich das Gefühl hatte, es würde mich zerreißen. Als ich das Gefühl hatte, ich würde keine Luft mehr bekommen, drei Tage, in denen ich nur ein Dröhnen im Kopf hatte, an denen ich verzweifelte in denen nur Alkohol meine  Schmerz ein wenig ertränken konnte.

Ich erinnere mich noch, wie es war, kann dies aber nicht mehr nachvollziehen.

 

Würde ich vor meinen Augen sehen, wie ein Mensch überfahren würde - ich bin mir nicht sichr, ob dies etwas in mir auslösen würde, außer vielleicht Bestürzung.

 

Ich bin tot.

Und deshalb.

Renne ich.

Und ich renne immer weiter.

Ich muss fort, und ich warte auf den Zeitpunkt.

Ich warte. Darauf, dass es mir endlich möglich wird, zu fliehen.

 

Vor mir selbst.

Nur um mich wiederzufinden.

 

 


 

 

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Ab sofort könnt ihr euch die meisten Artikel in den Kapiteln

"Akanthamöben..und das Auge macht Krawall!-Verlauf"

und "Akanthamöben..und das Auge macht Krawall!-Gedanken" anhören!

Hierzu müsst ihr nur das zum Artikel gleichnamige Video anklicken,

welches sich je unter oder über dem Text befindet.

Die noch fehlenden Artikel werden auch bald vertont, bitte um etwas Geduld ;) Frisst doch alles recht viel Zeit, weshalb ich nicht immer sofort dazu komme, das Geschriebene auch in auditiver Form bereitzustellen.

 

 


Zudem: Wenn ihr auf einer Seite landet, auf der Musik losspielt und

diese aber nicht euer Fall ist, einfach runterscrollen. Der Player befindet

sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

Ich wünsche euch viel Spaß.

 

 


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