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25. Juli 2012 3 25 /07 /Juli /2012 21:20

Viereinhalb Stunden Zugfahrt.

 

Der Kopf?

Viele Fragen

 

Gefühle?

Verloren. Hilflos.

 

Gespräche lenken mich zeitweise ab, jedoch nicht wirklich. Gespräche können mich schon lange nicht mehr vom Nachdenken nebenbei und zwischendurch abhalten.

 

Eine Stunde und vierzig Minuten Aufenthaltszeit.

 

Ich laufe durch den Bahnhof, da ich die Zeit ja irgendwie rumkriegen muss, entdecke aber absolut nichts Reizvolles außer einem kleinen Souvenir für meine Tante.

Gibt nur eins an der Zahl, also kann ich den anderen leider keins mitbringen.

 

Eigentlich will ich mir dort ein Eis kaufen, stelle mich auch an aber hinter und vor mir sind rumprollende Kerle, ein paar Jahre jünger als ich, die meinen sich in den Mittelpunkt stellen zu müssen durch ungehobeltes Verhalten, Rufen und Lauten, die nur entfernt einer zivilisierten Sprache ähneln.
Das geht mir irgendwann so dermaßen auf die Nerven (zumal ich eh schon kaum mehr welche habe), dass ich nach ein paar Minuten den Rückweg antrete, da die Frau an der Theke zudem schon eine Ewigkeit einen Kunden bedient. Und vor mit stehen da noch 4.

Diese Affenähnlichen Gestalten mal ausgenommen.

In diesem Moment hätte ich gerne eine Bratpfanne gehabt, um denen mal Benehmen einzuhämmern, da ich aber  eben keine habe, entschließe ich mich, mich schon zu meinem Steig zu schleifen, damit ich da meine Ruhe hab.

 

Da kommt ein alter Mann, begleitet von einem Bahnmitarbeiter, der ihm die Koffer schiebt, da der Alte so gebrechlich ist und kaum mehr laufen kann.

Er setzt sich neben mich, ungeduldig wartend auf den Zug.

Später erfahre ich, dass er den gleichen Zug und das gleiche Ziel hat wie ich.

Er schenkt mir zwei Duplo, der alte Mann, da ich ihm behilflich bin und er sehr dankbar dafür ist.

Möchte mich in ein Gespräch verwickeln, was ich normalerweise auch zulasse, einfach da solch Menschen leider oft einsam sind und sich über Gesellschaft freuen (so auch bei ihm, das merke ich). Ich habe aber den Kopf nicht dafür.

Wenn der Kopf voll ist, kann ich nicht zuhören.

Dann rauschen meine Ohren. Meine Hände zittern und mir ist abartig schlecht.

Wasser, Kaffe und selbst eine Zigarette helfen da auch nicht, am Ende meiner Kräfte und am Ende meiner Auffassungsfähigkeit wippe ich nur so vor mich hin und gebe ihm zum Beispiel durch Nicken wenigstens das Gefühl, ich wäre gedanklich mit und bei ihm.

Wenigstens das. Mehr kann ich nicht tun.

 

Zwei Plätze weiter sitzt ein Papa mit seinem Kinde, es ist vielleicht zwei Jahre alt und wirkt unsagbar lebhaft.

Diese Lebhaftigkeit habe ich schon lange nicht mehr gespürt, da ich eben seit vielen Wochen fast immer kraftlos bin, also ergötze ich mich an der Lebensfreude und der Aktivität des Kindes, welches da auf dem Sitz rumspringt, Faxen macht, Züge die einfahren begeistert beobachtet und mich abwechseln fragend und lachend anschaut.

Der Papa findet sein ulkendes Kind auch ganz großartig, und lässt den Schabernack geschehen.

 

Kraftlos tippe ich dann noch einige Nachrichten in mein Telefon, die ich auf den Weg in die Heimatstadt schicke, wo ich mich erst in ca. fünf Stunden befinden werde.

 

Eine Stunde und vierzig Minuten Aufenthaltszeit.

 

Gespräche lenken mich zeitweise ab, jedoch nicht wirklich. Gespräche können mich schon lange nicht mehr vom Nachdenken nebenbei und zwischendurch abhalten.

Beobachten lenkt besser ab!

 

Und weiter geht die Reise..

 

 


 


 

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Die noch fehlenden Artikel werden auch bald vertont, bitte um etwas Geduld ;) Frisst doch alles recht viel Zeit, weshalb ich nicht immer sofort dazu komme, das Geschriebene auch in auditiver Form bereitzustellen.

 

 


Zudem: Wenn ihr auf einer Seite landet, auf der Musik losspielt und

diese aber nicht euer Fall ist, einfach runterscrollen. Der Player befindet

sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

Ich wünsche euch viel Spaß.

 

 


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