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23. Juli 2012 1 23 /07 /Juli /2012 14:46

Schon am ersten Tage als ich dich sah, beschloss mein Herz, dich zu lieben auf ewig und immer. Es achtete dabei nicht darauf, was ich davon halten würde, ob du mir gut tun würdest oder ob wir jemals eine Zukunft hätten..

Es beschloss dies einfach so, ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen, zerstörte meine damalige zu dem Zeitpunkt fabelhafte Beziehung und pocht nun immer, wenn ich dich sehe.

Seitdem – seit diesem Tage an liebte ich dich. Anfangs oftmals sogar mehr, als mich selbst.

An diesem Abend, als ich dich das erste Mal bewusst anblickte und wir uns das erste Mal bewusst unterhielten, war es um mich geschehen.

Dies war mir spätestens bewusst, als ich wenige Tage später, als ich nachts noch spazieren ging, mich dabei ertappte, dass ich mich lachend im Kreise drehte wie eine Irre, dabei hysterisch lachte und froh war, da wir miteinander geschrieben hatten.

Es war vorbei, um mich geschehen, ab da an trug ich einen dicken Stempel auf der Stirn, den komischerweise-  trotz, dass er so fett und eigentlich schon richtig aufdringlich war - niemand zu bemerken schien.

Ich fing an, von dir zu erzählen ununterbrochen, so dass ich schon meine besten Freunde damit gehörig nervte.

Als dann die Wahrheit herauskam, unterließ ich es tunlichst, nur in Momenten als mein Herz tatsächlich kurz vorm zerspringen war, vertraute ich mich dann einigen wenigen an.

 

Seit einigen Wochen nun rede ich gar nicht mehr über dich, im Hoffen, mein Herz bearbeiten zu können. So gerne hätte ich eine Möglichkeit in all den Jahren gefunden, um dich vergessen zu können. Doch ist mir dies nie gelungen, ich konnte emotional nur mäßig Abstand nehmen, wenn ich längere Zeit nicht über dich sprach und dir nicht begegnete.

 

Ich bin ein Junkie!

Ein Junkie auf Entzug. Einen Entzug zu machen ist hart, härter als ich dachte. Ich fühle mich, als wäre ich Alkoholikerin und krampfhaft am kämpfen, um trocken zu werden und es vor allem auch zu bleiben. Manche Tage dann denke ich, ich habe es geschafft. Doch dann fährst du mal wieder mit deinem Fahrrad an meiner Bahn vorbei oder sitzt eben in genau dieser – Konversation unvermeidlich, vergleichbar mit einem kleinen Nippen an der Flasche – und schon ist es vorbei.

Der Kampf beginnt aufs Neue.

Du bist mein Bier, mein Wein, mein Wodka und mein Ouzo zugleich!

Du bist meine Leidenschaft und mein Problem. Am liebsten würde ich dich nehmen und in die Ecke werfen, doch habe ich Angst, ich könnte dir vielleicht doch mehr bedeuten (oder hoffe es doch immer noch – wie naiv!) und habe Angst – du würdest zerbrechen.

Doch Flaschen haben keine Gefühle, das weiß ich sehr genau und ebenso weiß ich, dass du eben eine bist.

Wahrhaben will ich das doch aber noch nicht, also stell ich mir dann andere schöne Dinge vor, träume weiter und weiter, immer schön im Tagtraum stecken bleiben und bloß nicht die Realität sehen.

 

Mit der Realität hatte ich schon immer Probleme, noch lange vor dir.

Würde ich sie anerkennen können, hätte ich mir bestimmt schon längst eine Kugel in den Kopf geschmettert und die Narben an meinen Armen wären gar nicht erst zustande gekommen, da ich endgültiger gehandelt hätte als diese sinnlose Scheiße zu fabrizieren.

Was eigentlich sollte das genau frage ich mich jetzt – Jahre nach dem Verbrechen an mir selbst und kann es mir nicht erklären.

Eine Freundin von mir tat dies, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich jedoch wollte keine Aufmerksamkeit, zu dem Zeitpunkt wollte ich mich eigentlich nur in ein Loch einbuddeln und elendlich drin ersticken.

Mit dem Gedanken:  „Ich hasse euch alle und noch mehr hasse ich mich!“ habe ich dann mal wieder einen Einwegrasierer gekrallt, ihn auseinandergepult und in blindem Hass mir selbst gegenüber und dem Menschen, der mich nicht liebt – beziehungsweise DIE Menschen, die mich nicht lieben – in meinen Arm gehämmert.

Vielleicht, um mich selbst zu strafen für meine naiven Hoffnungen, vielleicht um mich durch die Schmerzen wieder in die Realität zurückzuholen, vielleicht weil es einfachgut tat und ich nicht wusste, wie ich meine Verletztheit und Wut sonst loswerden sollte.

Vor allem, weil ich feige war.

 

"::also spiel dich nicht so auf du kleiner Psycho!"; "und Menschen die es zulassen sich seelisch von anderen fertig machen zu lassen und sich dann ritzen müssen [::]sind geistesgestört [...]man muss sich doch nicht gleich verstümmeln! das ist krank, einfach nur krank!!! oder weiß der Kuckuck was alles noch sind geistesgestört!!! wenn jemand extrem gemobbt wird zb wegen seinem aussehn, dann sollte der jenige zumindest so viel kraft haben sich von einem anderen Menschen hilfe zu holen! (psychologe) damit er sowas besser verarbeiten kann und dann in so einer situation anders reagieren kann!“

schrieb da letzten ein kleines dummes Mädchen bei YouTube in einer „Diskussion“ einem Menschen,  die eigentlich gar keine war da sie absolut kein Niveau besaß und dazu zum Scheitern verurteilt war, da lediglich Beleidigungen und Spott der Inhalt ihrer war.

Man kann mit keinem reden, wenn man niemandem vertraut, egal was nun der Grund ist für psychische Belastung..

 „Fick dich, du kleines dummes Mädchen!“ - denke ich mir, als ich ihren Kommentar lese, schreibe aber noch an der Grenze zum „nicht-kultiviert-sein“ zurück, da ich gelernt habe, Anstand an den Tag zu legen, sensibel und rücksichtsvoll zu sein, nicht einfach zu verurteilen.

Zumindest nicht öffentlich.

So wie dieses kleine dumme Mädchen in ihren „Das Leben ist ein Ponyhof“ Gelaber, mit dem sie andere Leute dumm macht, diskriminiert ,beleidigt und angeht.

„Das Leben ist kein Ponyhof“ leier ich also diesen schon so abgekauten Witz runter, füg vorne und hinten noch etwas ein, befinde meine Antwort auf ihre stupide Rückfrage als gut und weiß aber, dass ich damit trotzdem absolut gar nichts bewirkt habe.

Meinen Kommentar „Wie alt bist du? 14?“ lasse ich nach kurzem Überlegen stecken, der ist überflüssig, das denkt sich sowieso jeder halbwechs vernünftig denkende Mensch, wenn er liest was die da ablässt.

 

Ich mag dich nicht, ich mag sie nicht und noch weniger mag ich mich selbst, wenn ich wieder wie so oft einen Text über dich schreibe, wo ich dich doch vergessen will und der Text dann wieder ausufert und Themen anspricht, die gar nichts mit dir zu tun haben.

Warum ich immer an diesen Punkt komme, wie ich bis heute nicht, vielleicht ist das automatische Agressionsbewältigung oder eine unterbewusste Psychose tut sich dann bei mir hervor, wüsste gerne was ein Psychologe dazu sagt.

Fakt ist: Ich denke immer an dich, jeden Tag, und das nicht zu wenig. Eigentlich bist du jeden Tag, jede Stunde bei mir. Jede Minute zum Glück nicht mehr, das habe ich geschafft zu überwinden. Doch wahrscheinlich nur, da ich momentan zu sehr mit meinen eigenen und den Problemen anderer beschäftigt bin.

Doch einmal in der Stunde im Schnitt denk ich mindestens an dich, frage mich was du wohl tust, ob du schläfst, isst, deinen Hobbys nachgehst, ob du jemals in den letzten Wochen an mich gedacht hast, ob du mich je geschätzt hast, ob es dir gut geht und – ob du vielleicht grad eine andere fickst.

So arg stören würde mich das komischerweise nich, solange ich es nicht sehe. Aber da ich keine der Fragen je beantwortet bekomme, wenn ich dich nicht frage, bleiben all diese Fragen seit Wochen – sogar Monaten unbeantwortet. Denn du meldest dich nicht. Nur einmal, da habe ich dir letztens geschrieben. Ich wollte wenigstens wissen ob es dir gut geht.

Die Antwort habe ich mir aber schon gedacht: Natürlich geht es dir gut. Menschen, die mich verletzten, verletzt haben (ob gewollt oder ungewollt sei einmal dahingestellt), Menschen die ich nicht mag, Menschen die es nicht verdient haben oder Menschen die ich nicht mag eben weil ich sie mag und sie es nicht wert sind – denen geht es immer gut!

 

Im Übrigen: Ich habe heute gute Laune, auch wenn der Text dies nicht erkennen lässt.. ;)

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4. Juli 2012 3 04 /07 /Juli /2012 22:16

Sie.

 

So wundervoll.
Wundervoll kraftvoll. Loyal. Elegant galant.

Gutmensch? Was ist Gutmensch? Definition?

Nimm sie.

 

Traurig und verletzlich, manchmal so gebrechlich. Und dann holt sie eine Kraft, woher hat sie mir nie verraten, doch weiterzumachen, nicht zu rasten, nicht zu verharren an diesem Punkt.

Schüchtern würd‘ ich so nicht sagen, kannst sie auch auf leerem Magen.

Kannst sie immer, kannst sie wieder. Kriegst sie auch durch Schweigen nicht zum Schweigen, nur dann wenn der Zeitpunkt korrekt ist und nur das Schweigen die Wahrheit spricht!

 

In manchen Momenten wollt ich sie fangen, ihr, unser Glück festhalten.

Schnappschuss!?

 

Begriff nicht, dass das gar nicht unbedingt notwendig sei.

 

Gekämpft, gelacht, bekämpft – gemeinsam!

 

Habe nie gefragt, ob sie viel träumt. Denn ich träume jeden Tag, jede Stunde. Und immer vorm Einschlafen.

Doch sie träumt gewiss, denke ich mir, hat sie doch oftmals diesen bestimmten verträumten Blick, den nur Menschen haben, die noch kleine Wunder sehen und fähig sind, kleine Details zu verstehen.

 

So mancher, der sie nicht kennt, sagt vielleicht auf dem ersten Blick, sie sei oberflächlich.

Doch kehrt sie nur, wenn sie sich die Zeit für sich nimmt, ihre innere Schönheit nach außen.

Und wer gelernt hat, genau hinzusehen, erkennt leicht, dass ihr abgestimmtes Outfit eigentlich genau das darstellt, was sie auch wirklich ist – ein wundervoller, bezaubernder Mensch.

Mit kleinen Fehlern, die leicht zu verzeihen und zu vergessen sind.

 

Du hast eine Zeitlang mit dir gekämpft, um dich selbst, hattest in deinen Augen kaum Antrieb mehr, bist umhergeirrt.
Doch gib nicht auf, denn du bist einer der tatsächlich besonderen Menschen!

Nimm dir Zeit, um zu dir zu finden wenn du glaubst, auf der Suche nach dir selbst zu sein.

Doch, Liebe, verharre nicht in dieser!

Denn deine Zeit ist zu wertvoll, du bist dafür zu wertvoll. Auf der Suche nach sich selbst droht man nach langer Dauer, sich immer mehr zu verlieren.

Die Irrwege des Lebens kannst du entfitzen, wenn du dir selbst treu bleibst.
Denn das, was du bist, ist mehr als gut.

 

Ein rotes Fahrrad, Klamotten, Flohmarkt, Ausstrahlung, Wut, Musik durch dich kennengelernt früher schon, saurer Apfel, ein Schuh, ein Apfelbaum, Mosaik, basteln, Park, Telefonate ewig, Verrücktheiten, Taschentuchreihe meterlang auf der Straße, in den Blätterhaufen werfen immer wieder, Nacktschnecken, Schnur an der Türklinke, ein kaputter Wecker, auf dem Fahrrad zu zweit der Polizei trotzend, aufwachen nebeneinander schreiend, ein BH mit Totenköpfen, viel Lippenstift, ein kaputtes Hochbett..

All dies sind  Worte und Erinnerungen, an manche kannst du dich bestimmt teilweise nicht mehr erinnern.
All das und viel mehr verbinde ich mit dir.

Fragen in deinen Augen.

Große, schöne Augen, die sogar leuchten, wenn es dir einmal nicht so gut geht, sie leuchten sogar, wenn du mal Tränen vergießt.
Das weißt du wahrscheinlich nicht, deshalb möchte ich es dir sagen.

 

Wir haben einmal Krieg geführt, du und ich.

Wussten wir doch damals als wir klein waren noch nicht, dass dies alles nur Proben unserer Freundschaft sind.

Wussten wir doch nicht, dass all das nur Kleinigkeiten sind im Gegensatz zu dem, was wir einmal haben werden.

 

Ich habe dich.

Du hast mich.

Und es scheint, als sei dies für die Ewigkeit gedacht.

 

Zwischendurch gibt es immer mal Zeiten, wo jeder sein Leben lebt und keiner die Zeit und Kraft hat, bei dem anderen zu sein. Erstaunlich ist nur, dass es dann immer so ist, als hätte diese Zeit nur ein paar wenige Stunden betragen.

 

Was ist Freundschaft?

Was ist Treue?

Nimm Sie!

Wundervoll.

Wundervoll kraftvoll. Loyal. Elegant galant

 

Und ich sage dir: Lass den Kopf nicht hängen, denn es werden da immer bessere Zeiten kommen, es wird da immer irgendwo ein Lichtlein brennen, und wenn du dieses Licht nicht finden magst oder dir unsicher bist, ob es nicht ein Irrlicht ist, so komm zu mir und ich werde da sein und versuchen zu helfen, auf den richtigen Weg zurückzufinden!

 

DSC00122bea.jpg

 

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2. Juli 2012 1 02 /07 /Juli /2012 22:44

Kraftvoll zu sein, sich zu geben, standhaft zu sein.

Durchzuhalten und das Los zu tragen, welches man hat aufgebürdet bekommen.

Durch Schicksal, durch Zufall, durch was auch immer, es ist irrelevant.

Der Kopf kreist oft, er macht sich Gedanken, ordnet sie und bringt sie alle wieder durcheinander.

Doch selbst wenn er eine Struktur findet, wird diese Ordnung nie eins mit dem Herzen, denn das Herz denkt in anderer Weise.

 

Kopf und Herz sind somit wie so oft „uneins“, also bist du überladen mit unterschiedlichsten Gedanken.

Woher die Kraft nehmen, um durchzuhalten? Woher die Kraft nehmen, weiterzumachen und nicht aufzugeben. Woher die Kraft nehmen, nach vorne zu blicken?

Diese Antwort kann nur jeder für sich selbst finden, denn jeder ist ein Individuum, gewollt oder ungewollt.

Die Antwort liegt dort, wo du sie am wenigsten und manchmal am ehesten vermutest.

 

Manchmal verbirgt sich die Antwort tief in dir. Und du weißt sie nicht zu nennen, in Worte zu fassen, kannst sie nicht beschreiben.

Und doch – ist sie da.

Nach dieser Antwort handelst du, wenn du es auch nicht bewusst tun magst.

Die Antwort ist manchmal nur ein Gefühl, manchmal findest du deine Antwort in vielen Gefühlen wieder.

 

Immer mal ist die Antwort nur ein Gedanke, der dir durch den Kopf schießt, nur um danach gleich wieder zu verschwinden.

Du hältst den Gedanken nicht fest, da dir nicht bewusst ist, wie wichtig er doch eigentlich ist.

Aber – er war da. Und eigentlich ist er immer da, denn Gedanken verschwinden nicht einfach.

Hast du sie einmal in die Welt gesetzt, so umkreisen sie dich.

Sie bleiben bestehen. Manchmal, aber nicht so oft, durchkämmen sie auch die Welt auf der Suche nach anderen Menschen, die sie schätzen.
Dann erfordert es mehr Kraft, sie zurückzuholen. Doch dies ist nie unmöglich, ist doch dieser Gedanke aus dir heraus entstanden und gehört zu dir, da er ein Teil von dir ist.

 

Ein Netz aus Gedanken, unsichtbar um dich herumschwebend, kann deine Antwort sein.

Sie wiederzufinden, sich zu entsinnen, das ist ein Weg.
Dies ist jedoch nur ein Weg von vielen!

 

 

Hände in die Lüfte. Rufe und Schreie. Mögen sie auch stumm sein, deine Hände, deine Rufe. Deine Schreie.

 

Die Hände zerwühlen die Haare, wissen nichts mit sich anzufangen und doch müssen sie etwas tun, also eben das.

Falten in der Stirn, fragend. Deine Augen verborgen, damit keiner sie sieht. Auch dafür sind die Hände da.
Deine Beine übereinandergeschlagen, versuchen sich gegenseitig zu halten, da die Knie zittern ohne Unterlass.

Der Kopf wippt vor und zurück, es ist dir, als würde überschüssige Energie dadurch abgeschüttelt werden. Es beruhigt.

 

Finde deine Antwort.

So schwer es auch ist..

 

Und wenn du sie gefunden hast:

Halte an ihr fest, glaube an sie. Denn auch deine Antwort braucht jemanden, der an sie glaubt.

 

So wie du deine Antwort brauchst, so braucht sie dich!

 

 


 

 

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29. Juni 2012 5 29 /06 /Juni /2012 21:19

Ungefähr 580 Kilometer.

Und auf diesen 580 Kilometern wechselnd Gespräche, Schweigen, Gespräche..

Irgendwo dann zwischen dem ersten und dem letzten Kilometer - Erinnerung.

 

Früher.

Ich noch ein Stöpsel, sehr klein.

Schon die Vorbereitungen währten ewig, waren fast ein Ritual für die Großmutter.

Aber für mich ein sehr nerviges.

"Mach ma da nich so viel Butter drauf, das is eklig!". Beinahe zum 100. Mal sagte ich das, es wurde wieder gekonnt ignoriert.

Würde ich also wieder ohne Brot sein die Fahrt über.

Butter ist eklig, zumindest in solcher Menge!

Die Frage danach, was ich drauf haben wollte, endete wie immer:

"Butterbrot mit Salz schmeckt doch nicht!!!" - doch ich wollte nur Butter und Salz, ich liebte es sehr.

Trotzdem - Käse und Wurscht draufgeklatscht!

"Oma, ich ess doch kein Käse.." - den Käse ließ sie eisern auf dem Brot liegen.

"Wieso ist du kein Käse? Käse ist gesund!".

Fieser Blick zu mir.

Ich wusste, es war an der Zeit, zu schweigen.

Ich wusste, es würde auswegslos sein. Schon die letzten Jahre wurden meine Wünsche ignoriert.

Und meine Bitten abgetan als Mäkelei.

"Du bist viel zu mäklig" - das hörte ich in meinem Leben auch so an die hunderte Male.

Dass jeder Mensch einen anderen Geschmack hat, war da egal. Es musste akzeptiert werden, was man vorgesetzt bekommt.

Tomaten hasste ich, ständig gab es also eine "Tomatenstandpauke" und Versuche, mir diese ekligen roten Dinger trotzdem in den Mund zu quetschen, wobei mich schon der Gedanke an diese Gummiartige Schale, das feste Fleisch und den Wabbel darin anwiderte und mir Ekelgefühle verursachte!

Da steht ein Topf mit kochendem Wasser, hatte mich schon gefragt, was darin gekocht werden würde - SCHWUPPS - die Wiener rein.
"Ich ess doch nur kalte und ich mag doch nicht wenn die gekocht sind".

Ein Stöhnen, als würde die Welt gleich zusammenbrechen aufgrund meiner Aussage. Ein komisches Geräusch mit dem Mund, was zwischen Schnalzen und dem Fauchen eines Leguans (ja, die fauchen gelegentlich) lag, undefinierbar aber klar mit der Aussage:

"Dieses Kind treibt mich noch in den Wahnsinn!".

Also sage ich halt jetzt gar nichts mehr, ist eh zwecklos.

Ich beobachte nur, wie ein Bottich mit Nudelsalat, der vor Majonese trieft, in gleichgroße Gläschen gefüllt wird, wie Massen an geschnittenem Obst und Gemüse in die Tubberware wandern, wie ein Haufen Eier nebenbei abgekocht und in Tüten gefüllt werden, wie ein Gurkensalat der bestimmt wieder nach nichts schmeckt den Weg in eine Dose findet.

And so on, irgendwann geh ich dann einfach Zähne putzen, weil es mir langweilig wird.

Geschimpfe aus der Küche, dass ich doch faul bin. Besser als das Geschimpfe vorher, dass ich im Weg rumstehe denke ich mir und putze fleißig weiter, um dann in den Schlafanzug zu schlüpfen und wenigstens die letzten Stunden vor Abreise ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Ganz in der früh soll es schließlich los gehen, wenn es noch tiefschwarz draußen ist, die Straßen einem schwarzen Pinselstrich gleichen und kaum ein Auto zu sehen ist.

Schlafen kann ich lange nicht, weil mich die hartnäckige Frage quält, wer die ganzen Essensberge vertilgen soll, schließlich sind wir nur zu dritt und fahren vielleicht 5-6 Stunden. Wenns hochkommt.

Aber die Großmutter verhält sich immer so, als hätte man eine Weltreise vor sich und als würde im Zeitraum eben dieser wahrscheinlich die Welt untergehen und wir seien die einzig überlebenden.

 

Nachdem wir dann ein wenig gefahren sind (ich todmüde und unglaublich genervt), wird die erste Rast eingelegt.

Und mir grauts schon, als wir auf den Rastplatz fahren.

Da gibts Futterstellen für Menschen - mit einem abgenutzten Holztisch und Bänken drumherum, die auch schon bessere Tage gesehen haben und für Kinder zudem in ihrer Höhe gänzlich ungeeignet sind.

Und da wird man noch angepfiffen, wenn man kleckert..

Ich esse nicht viel, da ja wieder kaum etwas für mich akzeptables dabei ist, muss aber da trotzdem ewig verharren, da das so üblich ist.

Jede Rast wird ewig ausgedehnt, die Kinder schauen sich nur alle stumm und wehleidig an, da sie nichts tun können als den Erwachsenen beim Essen zuzusehen, die so wirken als würden sie NIE fertig bzw. satt werden.

Dann wird noch geplauscht mit dem Tischnachbarn, ich verdreh schon die Augen.

"Geh nochmal auf die Toilette!" ruft die Großmutter. Ich muss aber nicht und will vor allem nicht, da die Klos hier wieder widerlich stinken und versifft sind, dass es mich hebt.

Ich sag also, ichmuss nicht und hoffe, das Thema ist wenigstens dieses Mal erledigt.

"Du gehst aber, nicht dass du dann im Auto jammerst!" "Ich muss aber wirklich nicht!" sag ich mit flehendem Blick.

Jetzt geht die Diskussion los.

Ich bin sieben oder acht zu dem Zeitpunkt, keine drei mehr, so viel sei mal gesagt. Ich werde doch wohl in dem Alter selber wissen, ob ich pissen muss oder nicht!

Das trau ich mich aber nicht zu sagen, denn dann gibt richtig Schelte.

Das Ergebnis genau dieser Diskussion endet unterschiedlich. Meist gewinnt sie und zwängt mich auf dieses widerliche Klo, wo ich meine "Luftanhalt"-Rekorde immer wieder um ein vielfaches gebrochen hatte.

Ich hätte zu dieser Zeit mit dem tauchen anfangen sollen, ich hätte bestimmt die eine oder andere Medaille geholt!

Manchmal - selten - gewann ich auch.
Aber das war wirklich die Ausnahme.

 

Mittlerweile sind ein paar mehr Autos auf den Straßen, obwohl es noch immer dunkel ist.

"1, 2, 3, 4, 5 ...."

Er: "Hör auf, die Autos zu zählen! Du machst mich wahnsinnig" kommt es nach einer Weile vom Fahrersitz.

"Wieso?" meine verwunderte Frage. "Deshalb" lautet die Antwort.

"..11, 12, 13, 14...".

"HÖR SOFORT AUF; DIE AUTOS ZU ZÄHLEN DIE UNS ÜBERHOLEN!".

Meine Antwort fiel da folgendermaßen aus:

"Aber es gibt doch nur solche. Wir selber überholen doch keine! Mir ist sooo langweilig Opa, irgendwas muss ich ja machen!". Er sagt ir, dass ihm das egal ist und sagt, ich solle mir eine andere Beschäftigung suchen. Also beginne ich zu singen, was ihm nach kurzer Zeit aber auch nicht mehr zu behagen scheint.

"Spiele lieber mit diener Oma >Ich sehe was, was du nicht siehst<!"

Mein Argument dagegen, dass wir auf der Autobahn sind und es nichts außer Autos, Bäumen und Straßen zu sehen gibt, zieht bei ihm nicht. Er weist mich darauf hin, dass die Autos verschiedenfarbig sind.

Dass das langweilig ist, scheint ihn nicht zu interessieren also versuche ich es mit einem anderen Argument, um diese Idee auszumerzen:

"Ja, aber sie überholen uns alle Opa! Da hat die Oma keine Chance, gegen mich zu gewinnen!".

Jetzt herrscht Schweigen, ich habe das Gefühl, die Luft knistert irgendwie, weiß aber nicht wirklich, warum..

 

Wir kamen natürlich heile am Ziel an. Trotz der Diskrepanzen.

Was aber geschah mit dem Essen?

..das diente noch 2 oder 3 Tage lang als Nahrungsgrundlage. War ja klar, dass das wieder so enden würde.

Dass da Zeuch schon eklig und wabbelig war, hatte nicht zu interessieren.

Und das gute gekochte, angebotene Essen der Gastgeber durfte nicht angerührt werden, bis die letzte Semmel gegessen war und auch die letzte Nudel vom Nudelsalat in mich hineingepresst worden war.

Nunja.

So ist das mit den Ritualen..

 

 

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29. Juni 2012 5 29 /06 /Juni /2012 11:39

Ich hab mich dir verpflichtet gefühlt.

Dachte, ich müsse alles verzeihen. Müsse dir alles durchgehen lassen.

 

Doch waren wir jemals Freunde?

Wenn ich ehrlich zu mir bin, waren wir das wohl nie!

Ich hatte es mir gewünscht, da ich dich sehr mochte. Ich hatte es mir gewünscht, da ein Leben ohne dich trister und karger schien.

 

Aber es geht gut ohne dich, sogar sehr gut. Umso länger ich dich nicht sehe, umso besser geht es mir komischerweise habe ich jetzt bemerkt.

Deshalb - halte ich Abstand. Und da es dich nicht zu kümmern scheint, lerne ich gerade, dich zu vergessen und aus meinem Leben zu stoßen.

Um dann irgendwann bereit zu sein, auf nimmer Wiedersehen sagen zu können.

 

Ich habe mich dir gegenüber verpflichtet gefühlt.

Ich dachte doch tatsächlich, ich würde dir mein Leben verdanken, weil du diesen einen Abend bei mir warst.

Aber im Endeffekt ist mir aufgefallen:

Das hätte ich sogar in einer solchen Situation für Menschen getan, die ich nicht mag, ja, für solche, die ich verachte. Sogar für jene, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Alles andere wäre auch unmenschlich.

Also habe ich mich gefragt - hast du es vielleicht aus Pflichtbewusstsein gemacht?

Und davon gehe ich mittlerweile aus.

Viele schöne Tage und Nächte haben wir zusammen verbracht, aber schon seit Jahren bin ich nicht mehr auf dich angewiesen, seit Jahren bin ich fähig, gut ohne dich zu leben.

Seit Jahren schon.

 

Doch du begreifst das nicht, immer wieder glaubst du, ich sei abhängig von dir. Und wenn du das dann durchblicken lässt, ist das immer der Punkt, an dem ich mich von dir entferne. Denn das kann ich nicht ertragen, entspricht es dochnicht der Wahrheit und zeigt immer wieder, wie überheblich du eigentlich wirklich bist.

Dann kommst du wieder auf mich zu.

Es fiel schon immer schwer, aber mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, was in deinem Kopfe vorgeht und wie du es immer wieder schaffst, alles zu zertrümmern.

Ich weiß nicht, ob du das mit Absicht machst oder aus Versehen.

Ich weiß nicht, ob du das willst. Ich weiß nicht, ob du das vielleicht sogar brauchst ?

Wenn du so etwas brauchst, dann brauche ich dich erst recht nicht...

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18. Juni 2012 1 18 /06 /Juni /2012 17:05

Ich nehme meine Hand, entfalte sie von der Faust zur offenen Fläche.

Erinnere mich daran, wie sich ein kleiner Spatz damals als ich so klein war im Park auf diese setzte, da sie Brotkrumen hielt.

Ich betrachte sie genau. Und just breche in Tränen aus. Stumme Tränen, denn weinen darf ich ja nicht, sonst wird das Auge wieder schmerzhaft.

Ich möchte gar nicht wahr haben, was bittere Realität ist:

Genau diese Hand lässt mich daran denken, dass jeder Mensch sein Leben selbst beeinflussen kann, selbst "in der Hand" hat - was er tut, was er wird, in welche Richtung er zeigt.

Aber ich?

Meine Zukunft wurde in die Hand eines anderen Menschen gelegt.

Meine Zukunft habe ich gewählt, doch ist fraglich ob ich die Chance bekomme, sie zu "leben".

Ein anderer Mensch hat die Entscheidungsgewalt und ich kann nichts tun. Ich versuche zwar, in die richtige Richtung zu lenken, doch das Ergebnis liegt nicht in meiner HAND.

Bin schon so kraftlos und noch mehr Kraft wird mir jetzt abverlangt.

Zu kämpfen, mein Bestes zu geben, die Wege freizuschaufeln soweit es mir irgend möglich ist.

 

Ich sitze hier. Und warte. Auf Mittwoch.

Mittwoch erst geht es endweder VORWAERTS oder RUECKWAERTS.

 

Hände sind etwas schönes.

Sie können zärtlich sein, gefühlvoll. Können streicheln, trösten.

Sie können hungrige Spatzen füttern.

Laden ein. Sie können ERSCHAFFEN.

 

Jedoch können sie auch vernichten.

Vielleicht vernichtet diese Hand meine Hoffnung.

Vielleicht vernichtet diese Hand meine Chance auf ein "normales" Leben.

 

Und ich denke daran, dass es nicht nur mir so geht.

Auch anderen Menschen wurde ungewollt, unverschuldet! die Entscheidungsgewalt entrissen.

Und auch sie sitzen da und hoffen wahrscheinlich, wie ich, dass sich alles zum Guten wenden wird.

 

Wie schrieb schon Antoine de Saint-Exupéry:

"Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche.
Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?
Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen."

Anhand von Zahlen wird also nun bestimmt, wie es weitergeht. Wie MEIN LEBEN weitergeht. Oder auch nicht.
Anhand von Zahlen, Fakten und Formularen.

 

Und ich sitze hier - und hoffe.

Immernoch.

 

Und ich weigere mich momentan, aufzugeben.

Weiterkämpfen werde ich, solange ich noch kann.

Weiterkämpfen werde ich, bis zum Ende.

Ich bin nicht bereit.

Denn dann würde ich mich selbst aufgeben...

 

 


 

 

 

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16. Juni 2012 6 16 /06 /Juni /2012 10:42

 


 

 

 

Und dann denkst du, du bist so gut wie darüber hinweg, hast es geschafft,

Doch dann hast du jenen Traum, der genau diese wichtigen kleinen Mängel aufweist, so dass er dir perfekt vorkommt.

Denn Mängel erst schaffen Perfektion!

Dieser Traum mach dich nicht wütend oder lässt dich verzweifeln, wie so manche schon zuvor.

Dich erfasst eine nachdenkliche Traurigkeit, die dich begreifen lässt, dass es nie ein Ende findet, geschweige denn dass du fähig sein wirst, irgendwann einmal zu vergessen.

Der Mensch vergisst viel, vergisst jedoch nie das, was zu vergessen er versucht.

 

Am liebsten würdest du dich wieder ins Bett werfen und weiterträumen an der Stelle, wo du aufgewacht bist.

Doch dies hätte keinen Sinn, hast du doch den Traum, wenigstens dieses Mal, zu Ende geträumt und bist erst dann aufgewacht.

Wenn das Ende erst einmal gespielt ist, kann man daran nicht anknüpfen.

Und im Leben gibt es keinen zweiten oder dritten Teil, ein "Traum Reloaded" bleibt reines Wunschdenken ohne Chance auf Erfüllung.

Es war ein harmonisches Ende, ein Ende mit Glück, mit Stil und genau einer offenen Frage, wie es auch bei Filmen oft ist.

Im Endeffekt weißt du auch, dass es ganz gut ist, sind Fortsetzungen doch schon in Filmen meist miserabel!

Trotz dessen - hoffst du..

 

Diese offene Frage am Ende wirft bei Filmen viele Interpretationsmöglichkeiten auf, für dich aber im Bezuge auf den Traum nur zwei.

Und egal, welche du auswählst, beide wirken nicht richtig und machen dich missmutig.

Du hättest gerne noch eine dritte Möglichkeit, eine dritte Wahl.

 

Du denkst dich in den Traum zurück, immer wieder, immer wieder, immer wieder..

Der ganze Tag ist geprägt durch den Traume der Nacht, der ganze Tag wirkt surreal, so unwirklich als sei auch er geträumt. Du bewegst dich beinahe mechanisch, so zumindest kommt es dir vor.

Gespräche ebben auf einmal ab, denn du steckst wieder fest in deinen Träumen, in DEINEM TRAUM!

Schöne Erlebnisse kommen dir vor, wie eine Fortsetzung, also kannst du nicht hier sein, denn so etwas wirkt der Realität fern.

Doch kann es keine Fortsetzung sein, denn du weißt ja ganz genau, dass es keine Fortsetzung gibt. Nie!

 

Also wachst du kurz auf, findest dich wieder im Hier und Jetzt, ungläubig starrend.

Wirst gefragt, was denn los sei, doch du findest keine Antwort denn eigentlich weißt du es ja selber nicht.

Was ist los? Was geschieht hier mit dir, wo befindest du dich und vor allem: Warum bist du hier und nicht woanders, zum Beispiel im Bett um DOCH den Versuch zu wagen, eine Fortsetzung in das Gehirn zu brennen, nur um diese dann zu träumen.

 

Aber - du weißt, dass dies nicht gelingen wird. Du bist kein Kind mehr, welches mit einer Traumfee versehen ist, die eine schillernde, bunte Tafel aufklappt, von welcher du deinen Traum wählen darfst.

Diese betreut schon längst ein anderes Kind, denn du bist erwachsen geworden und nur Kinder haben eine Traumfee.

Entweder, du hast mit der Zeit gelernt, dein Traumzentrum zu manipulieren oder du gehst gnadenlos unter.

 

DU gehörst nicht zu den wenigen glücklichen, die gelernt haben, ihre Träume zu beeinflussen und heute - nimmst du dir wieder einmal fest vor, dies zu erlernen.

Also legst du dich abends ins Bett, überlegst dir eine Strategie. Beginnst just an diesem Tag, tatsächlich zu üben und es ist sehr anstrengend.

Doch du machst weiter.

Tag für Tag, Woche für Woche, Monat um Monat... im Hoffen es ist noch nicht zu spät und dass dein Gehirn noch lernfähig ist.

Denn dann wird es irgendwann entgegen der Regeln doch eine Fortsetzung geben.

Eine gute..!

 

 

DAS ENDE

Tag X im Jahr Y:

Du hast es gelernt! Endlich bist du dazu fähig!

Also legst du dich HEUTE in dein Bett, um..

Um was nochmal?

Ein Fortsetzung sollte es geben, von einem Traum..

Doch welcher Traum, wie war er, WAS war da doch gleich?

 

Hast du in deinem Streben, den Weg zu bestreiten doch völlig dein Ziel vergessen.

Du erschrickst gehörig, war jetzt alle Mühe umsonst?

Eigentlich nicht denn - wie heißt es doch so schön - "Der Weg ist das Ziel".

Also lachst du kurz und nimmst dir für heute erst einmal vor, von Glühwürmchen zu träumen, weil du diese kleinen Gestalten doch so sehr magst.

Oder Matrix - den vierten Teil entstehen zu lassen.

 

SO könntest du eigentlich glücklich sein, du beschließt auch, diese Angelegenheit zu vergessen, und doch - 

 

                        ES NAGT!

 

Also nimmst du dir vor, dich zu erinnern, deine Erinnerung zu schulen.

Bestreitest den Weg..

 

 

 

 

                                                         - ....an was wolltest du dich doch gleich erinnern....? -

 

 

 

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13. Juni 2012 3 13 /06 /Juni /2012 15:23

Sie ging im Wald umher, um das schönste Bäumchen zu finden, welches es da gab.

Sie hatte schon den ganzen Tag gesucht und war sehr müde, als sie es entdeckte. Es stand dort auf dieser kleinen Lichtung, ganz klein, so zaghaft.

Trug gerade die ersten Blätter und zeigte sie stolz der Sonne.

Sie ging hin und grub es vorsichtig aus, um es heim zu tragen.

Das Bäumchen fand seinen Platz im Garten hinter dem Hause.

Doch sie, sie besaß einen Hund, und als sie sah, dass er sein Geschäft an dem Bäumchen verrichtete, war sie traurig und hatte Angst.

Was, wenn er das jetzt immer tat? Das Bäumchen würde vielleicht krank werden.

Da zog ein Lüftchen auf und das Bäumchen wehte sachte hin und her.

Da bekam sie wieder Angst.

Was, wenn ein Sturm aufzöge und das Bäumchen mitsamt seinen kleinen Wurzeln aus der Erde riss?

Da kam ein Vogel, setzte sich auf das Bäumchen und begann, an den kleinen Ästen herumzupicken um Futter zu finden.

Und wieder bekam sie Angst. Was, wenn die Vögel dem Bäumchen schaden und die noch so zarte Rinde aufpicken würden?

 

So also ging sie los und schleppte einen Stein nach dem anderen heran.

Sie brachte sehr viele Steine, ehe sie begann, diese um das Bäumchen herum aufzutürmen und eine Mauer drumherum  zu bauen.

Dann besorgte sie eine riesiges Glasdach und befestigte es so, dass es nicht hinunterfallen könne.

Zufrieden ging sie zu der Tür, welche sie auch eingebaut hatte um das Bäumchen gießen zu können, herein und sagte zu ihm:

"Nun hast du dein eigen Haus und keiner wird dich mehr stören, dir wehtun und kein Sturm kann dich hinfortreißen.

Jeden Tag ging sie zum Bäumchen, goss es, setzte sich zu ihm hin un erzählte ihm allerlei Dinge.

 

Das Bäumchen jedoch wuchs, und irgendwann war es kein Bäumchen mehr sondern ein Baum.

Sie war ganz froh, dass das Bäumchen so schnell gewachsen war und ordnete diesen Erfolg ihrer Fürsorge zu.

Doch mit dem Baum wuchs natürlich auch seine Krone, welche schnell an das Glasdach stoß und seine Wurzeln, die immer weiter den Boden durchdrangen.

Sie also nahm bald das Glasdach ab, um dem Baum mehr Platz nach oben zu lassen, verlegte die Mauer und baute sie noch höher, nur um dann wieder das Glasdach oben drauf zu setzen.

Sie dachte nämlich bei sich:

Der Baum hatte die Vögel, den Regen und das Unwetter nie kennengelernt, es würde ihm vielleicht schaden.

Doch der Baum wuchs immer weiter, viel schneller als zuvor.

Seine Wurzeln schlugen sich immer weiter Wege, von denen sie nichts ahnte, sie rankten sich mittlerweile unter dem Hause durch.

Der Baum und seine Wurzeln waren sehr dick und stark, und so konnte es nicht anders geschehen:

Sie wunderte sich eines Nachts, wie sie da im Bett lag, als das Haus zu knacksen begann  und sich leicht, ganz leicht zu bewegen.

Erst dachte sie an ein kleines Erdbeben, als sie jedoch aus dem Haus nach draußen trat, bemerkte sie, dass alles um sie herum ruhig lag und nur ihr Haus solche Geräusche von sich gab und sich bewegte.

Am Morgen holte sie sich einen Fachmann. Der jedoch konnte ihr nicht sagen, was das gewesen sei, tat sie sogar ein wenig als verrückt ab, sagte sie hätte sich das eingebildet oder geträumt.

Doch sie wusste, dass etwas nicht stimmte, wusste nur nicht, was es war.

Also holte sie sich noch einen Fachmann und noch einen. Und noch einen.

Und der wusste ihr zu erklären, was da geschehen war. Denn er hatte sich den Baum besehen und den Bauplan des Grundstückes und des Hauses.

Er sagte zu ihr, dass des Baumes Wurzeln unter dem Hause langtrieben und diese eine solche Kraft besaßen, dass sie bald das ganze Haus zerreißen würden.

Da bekam sie natürlich Angst, und fragte, was sie tun könne.

Er aber sagte nur:

"Fälln, wat andres könnse nich tun Fräulein!".

 

Sie saß lange bei dem Baum, hatte es sich unter seinem Laubdache gemütlich gemacht.

Sie weinte sehr.

Es vergingen da einige Wochen und jede Nacht wurde das Zittern des Hauses erschreckender, agressiver, irgendwann nahm es so bedrohliche Ausmaße an, dass sie panisch im Bett lag.

Es schien, als würde bald das Dach über ihrem Kopf einbrechen.

 

So ging sie also am nächsten Tag, holte sich eine Axt.

Und fällte den Baum.

 

 


 

 

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12. Juni 2012 2 12 /06 /Juni /2012 18:19

Da!

Da kommt sie, die Wut. Trägt einen schwarzen Hut, mit riesiger Feder, die auf und ab wippt.

Ihre jähzornigen Augen funkeln mich an, und neben ihr gleich noch Trauer mit dem ollen schwarzem Schleier vorm Gesicht, und Wehmut, die einen See voller Tränen hinter sich herzieht um mich darin zu ertränken.

Gleich werden sie ihren Strohsack über mich werfen und mich einfangen.

Doch ich bin nicht bereit, mich ihnen einfach so auszuliefern. Wehren werde ich mich, und das nicht gerade zaghaft.

Ich renne also los, auf meinen Schreibtisch zu, schnappe mir ein leeres Blatt Papier und einen Stift, beginne zu schreiben.

Die Wut, Trauer und Wehmut jedoch laufen noch immer zielstrebig, auf mich zu, immer näher.

Ich schreibe weiter. Die Wörter sprudeln aus mir heraus, bilden einzelne Sätze, aneiandergereiht ergibts ein Textkonstrukt.

Auf einmal werden sie langsamer, sieht aus als ob sie Gegenwind bekämen.

Es scheint wiederholt zu funktionieren.

Ich schreibe weiter, eifrig, lasse meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf, schreibe einfach und erfahre erst am Ende das Ende, jenes Ende welches so gar nicht geplant war.

Geplant oder ungeplant, Wut, Trauer und Wehmut lassen sich recht einfach bekämpfen, sie sind seit einiger Zeit nicht mehr so stark.

Alles versucht haben sie, gemeine Tricks angewandt. Versuchten mich zu überrumpeln oder zu überlisten.

Doch ich bin schlauer geworden.

Halte allzeit Papier und Stift bereit, um diesen elenden Gestalten den Kampf ansagen zu können und zu keiner Zeit unbewaffnet dazustehen.

Und der Gegenwind, den ich Ihnen darbiete, gegen den ist kein Ankommen. Keine Chance für diese drei Gestalten.

Ich erschaffe ihn solange, bis sie dahin aufgeben und sich verziehen.

Dann sack ich kurz zusammen, jedoch nicht lange, um das Geschaffene anzusehen und es für gut oder weniger gut zu befinden.

 

 


 

 

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11. Juni 2012 1 11 /06 /Juni /2012 14:29

 


 

 

 

Adressiert mit schwarzem Filzer an mich dieser graue Umschlag, ein Absender ist nicht zu erkennen.

Eine nach links geneigte Schrift steht mir da entgegen, meinen Augen völlig unbekannt.

Frag mich, was wohl dahinter steckt. Ich versuche meine Neugierde im Zaum zu halten, dreh' und wende den Brief immer wieder, schließe die Augen um Kleinigkeiten zu ertasten, streiche zart über den Umschlag. Unerwartete Post wirft immer Fragen auf.

Von wem kommt sie, was mag der Inhalt sein?

 

Doch diese Post enthält nicht die gewohnten Antworten, sondern wirft vielmehr noch mehr Fragen auf. Denn nach dem Öffnen entdecke ich nur ein Wirrwar einzelner Wörter, aufgeschrieben, ausgedruckt und in Teile zerlegt.

Lerche, Glasharfe, beisammen, Steg, Schiff, verdorrt.

Auf meiner Stirn bilden sich erst zaghaft, dann immer betonter Falten, die meine Verwunderung auf zwanzig Meter Entfernung erkennen ließen.

Ich lese sie wieder und wieder, versuche einen Satz zu bilden, schiebe sie hin und her, drehe und wende sie und doch kommt kein Sinn dabei heraus.

Ich weiß damit nichts anzufagen, doch meine Gedanken können sich nicht von dem Brief und den Wörtern lösen.

Somit setze ich mich nach Stunden der inneren Unruhe hin, und baue eine Geschichte, um diesem Ereignis ein Ergebnis zuordnen zu können, denn ohne Ergebnis kann ich nicht schlafen.

___________

 

Eine kleine Lerche flog wie so jeden Tag hinaus auf die Felder, um ihr Frühstück zusammenzusuchen, damit sie nicht hungrig den Tag verbringen müsse.

Sie sang dabei ihr Morgenlied, was schon so manch einen erfreut hatte, sie trug ihre Freude gerne in die Welt hinaus.

Doch an diesem Tag fand sie nichts für ihren Geschmack passendes, und so flog sie immer weiter, weiter hinaus, überflog Hügelchen und Bäume, welche sie zuvor noch nie gesehen.

Da nun der Tag so schön war, merkte sie in ihrer Begeisterung gar nicht, wie weit sie schon geflogen und vergaß sogar mit der Zeit, dass sie vor allem des Hungers wegen hinausgeflogen war.

Als die Sonne dann schon hoch am Himmel stand, bekam die kleine Lerche mit einem Mal einen riesigen Schreck, denn vor ihr lag auf einmal ein riesiges Ungetüm, welches Sie zuvor noch nie gesehen hatte.

Es war riesig, schien gar kein Ende zu finden und verschlang sogar den Horizont.

Was sie dort sah, war das Meer, doch das konnte die kleine Lerche natürlich nicht wissen.
Freilich gab es da so Geschichten, Gerüchte, Märchen über riesige Wasser, welche seltsame Tiere ihre Heimat nannten, doch hatte niemals einer ihrer Freunde das "Meer" gesehen, und somit glaubte man natürlich nicht, dass es dies tatsächlich gab.
Denn da sind die Lerchen so wie die Menschen:

Sie glauben nur das, was sie sehen und essen können, alles andere ist für sie reine Fiktion.

Die kleine Lerche setzte sich auf einen sehr großen Baum, um diesem Etwas nur ja nicht zu nahe zu kommen, und beobachtete das Treiben eine ganze Zeit lang.

Es wankte hin und her, machte seltsame Geräusche, die die Lerche zeitweilen an die kleinen Flüßchen aus der Heimat erinnerten, nur war hier alles viel lauter und klang so impulsiv, beängstigend.

So saß sie da, streckte immer mal ihren Brustkorb hinaus, plusterte sich auf, sprang immer mal auf dem Ast hin und her, da das lange dahocken doch auf Dauer recht ungemütlich war.

Wusste sie doch aber nicht, was sie nun tun sollte. Die Futtersuche war natürlich vollends vergessen, dieses grün-blau fazinierte sie zu sehr.

Da kam auf einmal ein recht großer Vogel angeflogen, direkt auf sie zu. Natürlich erschrack die kleine Lerche, auch solch einen Vogel hatte sie noch nie zuvor gesehen.

Doch ein Vogel war es gewiss, wie sie. Denn er hatte Flügel zwei an der Zahl wie sie, Beinchen - zwei, wie sie und auch einen Schnabel, wenn er auch größer als der Ihrige war. Und so orange!

Grad schon wollte sie ihre Flügel ausstrecken und die Flucht ergreifen, da rief der gar seltsame Vogel ihr zu:

"So hab doch keine Angst vor mir, ich bin nur etwas größer als du, doch liebenswürdig bin ich ebenso!".

Und so entschloss sie sich, dazubleiben. In der Hoffnung, dieser Vogel könnte ihr erklären, was es mit diesem Ding da auf sich hätte, und ob es tatsächlich das Meer sei, wie sie vermutete.

Die kleine Lerche schwieg erst einmal, war sie doch wirklich noch sehr eingeschüchtert.

So setzte sich der Vogel neben sie, betrachtete sie von oben bis unten und lachte dann.

Das konnte die kleine Lerche nicht ertragen, sich auslachen zu lassen - dass hätte keine Lerche ertragen können. Denn sind sie doch sehr stolz auf sich und ihre Gattung, so wie sie sich flink und galant zugleich bewegten.

"Was lachst du da so? Ich bin genau so ein Vogel wie du, auch wenn ich etwas kleiner sein mag und andere Federn trage!".

Da sprach er: "Du kleiner Vogel, ich lache doch nicht über dich. Ich lache, weil ich glaubte, sehr viel zu wissen. Doch solch ein Vögelchen wie du - das ist mir mein Lebtag noch nicht untergekommen. Sag mir nun, wer bist du, dass du mit solch großen Augen seit einer halben Ewigkeit das Meer anstarrst, als hättest du es noch nie zuvor im Leben gesehen?".

Da erklärte die Lerche der Möwe, dass sie das Meer tatsächlich noch nicht gesehen habe, denn da wo sie herkäme, gäbe es nur Bäume und Felder.

So also kamen sie ins Gespräch und verstanden sich mit der Zeit recht gut miteinander, fast hätte ein Vorbeifliegender denken können, sie kennen sich schon ewig.

Sie erzählten sich von ihren Welten. Freilich kannte die Möwe auch die Felder sagte sie, doch könne sie sich nicht vorstellen, wie man dort glücklich werden könnte.

Sie erklärte ihr, dass sie die Tiere - zumindest die Kleinen - aus dem Meere fräße und dies sehr lecker sei. Zum Beweis stürmte sie auf einmal los und kam mit einem Fischchen im Schnabel zurück. Die Lerche probierte nach langem Zögern, doch schmeckten ihr die Insekten besser.

So hockten sie beisammen, unterhielten sich und es verging der Tag. Also legten sie sich alsbald schlafen, da die Nacht hereinbrach.

 

Am nächsten Tage dann verstanden sie sich noch besser und die Lerche ließ sich noch allerlei zeigen.

Sie war wirklich sehr begeistert vom Leben der Möwe und hatte nicht wenig Lust, eine Weile zu bleiben. Die Möwe war sehr angetan von der kleinen Lerche, also sprach sie ihr Mut zu.

So blieben sie Freunde und verbrachten jeden kommenden Tag zusammen.

 

Eines Tages sollte die Lerche auch erfahren, was es mit diesem Ding auf sich hatte, welches die Möwe ihr als "Steg" erklärt hatte.

Sie wusste ja bereits schon, dass die Menschen diesen erbaut hatten und er für ihre Reisemöglichkeit übers Meer diente und hilfreich war, diese zu verlassen.

So ganz verstanden hatte sie es jedoch noch nicht. Doch am besten lernt man ja wie ihr bereits wisst, wenn man etwas sieht oder erlebt.

So staunte die kleine Lerche nicht schlecht, als auf einmal solch ein seltsames Gefährt - genannt Schiff - daherkam und Menschen dieses am Steg anbanden.

Sie war begeistert, immer wieder so viel Neues kennenzulernen.

Umso erstaunter war sie, als sie sich die Möwe ansah.
"Möwe, sag, warum schaust du so traurig aus?" fragte die Lerche, und sie sollte ihre Erklärung bekommen.

Nach langem, betretenem Schweigen antwortete die Möwe:

"Liebste Lerche, es ist ein Elend. An diesem Steg legten die Menschen seit Jahren nicht mehr an, denn sie hatten das Land so ausgebeutet, dass all Gewächs so verdorrt und der Boden ohne Nährstoffe war. Somit hatten sie kein Interesse mehr, dies Land zu bebauen, denn es trug keine Früchte und keine Kräuter mehr.

Nun aber sind sie gekommen und wenn sie feststellen, dass es sich erholt hat und hier alles wieder blüht, werden sie es wieder aufreißen, neue Hütten bauen und das Land verderben mit ihrem Schmutz und mit ihren Chemikalien!".

Der Möwe entrann eine Träne, und da sie aber immer stark sein wollte und sehr stolz war, wendete sie sich von der kleinen Lerche ab. Sie sollte die Träne nicht sehen.

Doch hatte die kleine Lerche die Möwe so lieb gewonnen, dass sie richtig fühlte, wie auch ihr Herz zersprang. Denn zwei Liebende fühlen miteinander. So legte die kleine Lerche ihr Köpfchen an die Brust der Möwe und schwieg.

So saßen sie da einige Zeit, beide sehr sehr traurig, beide nicht wenig verzweifelt.

 

Es verging seitdem einige Zeit, und die kleine Lerche und die Möwe warteten darauf, dass diese zwei Menschen noch mehr Menschen holen würden, die dann das Land zerstören würden.

Doch sie warteten Tag um Tag, ohne dass dies geschah.

Diese beiden Menschen taten nichts, außer sich eine kleine Hütte zu bauen, hie und da wilde Früchte zu pflücken um sie zu verzehren und in das riesige Meer hineinzuspringen.

Dabei lachten sie, sie schienen sehr froh zu sein.

Mit jedem Lachen jedoch hatten Lerche und Möwe das Gefühl, es würde jemand ins kleine Herzchen zwicken, denn jedes Lachen brachte ihrer Meinung nach die Menschenflut näher.

Als einige Wochen später immernoch nichts geschehen war, wunderten sich beide sehr, und beschlossen entgegen dem Gesetz den Menschen nahe zu kommen, um herauszufinden was sie beabsichtigten.

Sie setzten sie sich am Abend, wenn die Sonne schon fast untergegangen war, in die Nähe der Menschen, um zu belauschen, was sie da so redeten.

Doch war da nichts gefähliches bei, sie entdeckten keinen Hinweis darauf, dass man ihr Land verraten wollte.

Natürlich saßen Lerche und Möwe immer im Schutz eines Astes, eines Baumes oder eines Steines, um ja nicht entdeckt zu werden.

Denn Möwe hatte gesagt, die Menschen sind gefährlich und täten den Tieren nur Unrecht und Leid an.

Eines Abends jedoch da geschah es!

Die Möwe hatte schon ihre Flügel ausgebreitet und war auf dem Weg in das Nachtlager, da verharrte die kleine Lerche noch auf dem Aste, da sie eigentlich heimlich Gefallen an den ihr freundlich scheinenden Gesichtern bekommen hatte und bemerkte so nicht rechtzeitig, dass eine Feder sich im Strauche verhangen hatte.

Als sie dann also davonfliegen wollte, hing sie fest und es knackste laut. Sie flatterte panisch, versuchte ihren Flügel zu befreien und bemerkte sofort den stechenden Schmerz.

Laut schrie sie nach der Möwe, um Hilfe, schrie ihre Schmerzen hinaus in die Welt.

Möwe hörte dies zu spät - sie hörte es später als diese beiden Menschen da, die gleich dahergelaufen kamen, um zu sehen was da los sei.

Einer der beiden nahm sie vorsichtig mit den Fingerspitzen, es war beinahe so als ob sie ganz zaghaft einen Apfel vom Baume pflückten, so jedenfalls kam sich die kleine Lerche vor.

Sie war froh darüber, der Mensch hielt sie auf offenen Händen und sie wollte sofort hinfortfliegen.

Aber weh! Sie konnte nicht! Sobald sie den Flügel auch nur ein Stückchen bewegte, überkam sie ein Schmerz, der durch ihren ganzen kleinen Körper stach.

Sie hatte sich den Flügel gebrochen! Nun war sie Gefangen und wohl zum Tode verurteilt, in den Händen dieser Menschen.

Möwe derweil flog über den Köpfen der Menschen hin und her, ganz aufgeregt und rief, wollte der Lerche Mut zusprechen.
Rief, sie würde sie retten, sich etwas einfallen lassen.

Und gleichzeitig rief Lerche ganz laut weiter um Hilfe, die beiden übertönten sich gegenseitig bis keiner mehr verstand, was der andere sagte.

Welch ein seltsames Bild gab das ab. Die kleine Lerche in der Hand, laut schreiend, die beiden Menschen sich rege unterhaltend und die Möwe, in einer ungeheuren Lautstärke über den Köpfen der Menschen.

Umso lustiger sah es also aus, als auf einmal alle verstummten!

Die Lerche und Möwe vor Verwunderung, die Menschen vor Konzentration. Der eine hatte da seine Kleinung auseinandergerissen und nun versuchten sie gemeinsam, den Flügel der kleinen Lerche zu verbinden, welche trotz der Schmerzen und entgegen ihrer Logik immer wieder weiter versucht hatte, hinfortzufliegen.

Dann nahm der eine Mensch, welcher auch seine Kleidung geopfert hatte, seinen Hut ab, legte Gras und Stroh hinein und bettete die Lerche in den Hut.

Möwe betrachtete das Spektakel skeptisch aus der Luft und wusste nicht recht, was sie tun sollte.

Den Menschen war nicht zu trauen, das hatte sie gelernt.

Die kleine Lerche wurde nun im Hut ins Häuschen getragen und vor dem kleinen Ofen abgelegt, wo sie es schön warm hatte. Die Menschen legten sich alsbald zu Bette, so dass die Möwe sich getraute, durch das Fenster hereinzufliegen um klein Lerche nicht allein zu lassen und ihr ein wenig Futter zu bringen.

So lief dann jeder Abend ab. Den Tag über beobachtete die Möwe alles Geschehen vom Fenster her, des Abends kam sie zur Lerche hinein und legte sich zu ihr in den Hut, damit sie nicht allein sei. Sie flog dann beizeitem wieder auf den Fenstersims, da sie den Menschen immernoch nicht traute.

Sie war eine sehr skeptische Möwe!

Am fünften Tage jedoch, da war sie so müde, da sie der Lerche am Abend so viele Geschichten erzählt hatte, dass sie verschlief.

Sie wachte dann schlagartig auf, in Panik da ihr Gefühl ihr sagte, dass es schon sehr spät war.

Umso erstaunter war sie da, als vor dem Hut ein paar kleine Fischchen für sie und Insekten für die Lerche lagen.

Dann hörte sie die Menschen sprechen: "Du Gute, wir haben dich bereits vor Tagen bemerkt. Wie du der Lerche Futter gebracht und dich zu ihr gelegt hast. Du musst sie wahrhaft gerne haben! Zum Dank und zur Anerkennung haben wir dir die besten Fische gebracht, die wir heute früh fingen!".

Von da an waren diese beiden Menschen, Möwe und Lerche gute Freunde. Die beiden Vögel waren ihnen wohl sehr dankbar, auch die Möwe hatte ihren Argwohn abgelegt.

Sie teilten gemeinsam ihr Essen und ihre Zeit und hatten viel Freude miteinander.

Nur wussten Lerche und Möwe nie, wie sie sich je bedanken sollten und das stimmte sie von zeit zu Zeit recht traurig. Sie waren beide sehr dankbare und gutmütige Geschöpfe.

Irgendwann hielten sie es nicht mehr aus und flogen an einem wunderschönen Morgen sehr früh los, um die Gegend nach einem schönem Ding abzusuchen, welches sie den Menschen bringen könnten.

Sie flogen den ganzen Tag, schauten unter jeden Stein, drehten jeden Grashalm um, befragten die anderen Vögel und Tierchen, die sie trafen.
Doch etwas geeignetes fanden sie nicht, wollten sie doch etwas Besonderes bringen. Sie flogen weit, über viele Bäume und tausende Grashalme.

So blieben sie drei Tage aus und ihre Menschen machten sich nun schon sehr große Sorgen.

 

Da geschah es jedoch, dass Möwe und Lerche an einen riesigen, grauen Berg kamen, welchen sie zuvor noch nie gesehen hatten.

Vor ihm sprudelte eine winzige Quelle, von welcher eine Maus Wasser nahm. Die beiden fragten die Maus, ob sie ihnen nicht helfen könne.

Die Maus war von Hause aus nicht gerade sehr hilfsbereit, als sie jedoch die Verzweiflung der Beiden erkannte, verriet sie Ihnen folgendes:

"Ihr müsst zu des Berges Spitze fliegen, dort werdet ihr einen Eingang zu einem Gange vorfinden, der in eine sehr große Höhle führt. Dort liegt ein seltsame Glitzerding, von Menschenhand geschafften. Nehmt dies, und ihr werdet euren Menschen Freude bereiten!". Dann zuckte sie die Schultern, drehte sich um und lief fort.

Möwe und Lerche taten wie gehießen und nahmen das seltsame Ding, welches jedoch wunderschön aussah, mit sich.

Sie hatten schwer zu schleppen, doch sobald ihnen ein Vogel begegnete, half er ein Stück tragen, und so war die Last nicht all zu schwer.

So kehrten sie nach sechs Tagen endlich zurück und legten den Menschen dies Ding vor die Füße.

 

Ach, wie freuten die beiden sich!

Und nun sollten auch Lerche und Möwe erfahren, was es damit auf sich hat.

Die Menschen spielten darauf bezaubernde Musik, am Anfang noch sehr zaghaft und mit der Zeit immer besser, da sie lernten damit umzugehen.

Sie nannten das Ding da Harfe, und da sie aus reinem Glas, sogar die Saiten aus Glas bestanden, nannten sie es später die "Glasharfe".

Jeden Morgen und jeden Abend spielen sie auf dieser und jedes Mal kommen neue Tierchen hinzu und lauschen diesem Klang, den es nur ein einziges Mal auf der Welt gibt.

Denn eine Glasharfe gibt es nur einmal auf der Welt, doch das wissen sie alle nicht.

 

___________

 

Ich betrachte da mein Werk, und frage mich, ob dies vielleicht nicht sogar Absicht des Absenders gewesen sei.

Doch eigentlich ist es egal, denn jetzt kann ich mich schlafen legen...

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Hierzu müsst ihr nur das zum Artikel gleichnamige Video anklicken,

welches sich je unter oder über dem Text befindet.

Die noch fehlenden Artikel werden auch bald vertont, bitte um etwas Geduld ;) Frisst doch alles recht viel Zeit, weshalb ich nicht immer sofort dazu komme, das Geschriebene auch in auditiver Form bereitzustellen.

 

 


Zudem: Wenn ihr auf einer Seite landet, auf der Musik losspielt und

diese aber nicht euer Fall ist, einfach runterscrollen. Der Player befindet

sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

Ich wünsche euch viel Spaß.

 

 


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