Alles wirkt unfassbar bunt. Trotz Schnee. Brennen in den Augen, nicht sicher ob der Tränen willen, die da drohen herauszubrechen oder ob mich Schneeblindheit ereilt. Und während der Schnee so vor sich hin glitzert, bin ich froh, der Blindheit entronnen, Bilder in neuem Glanz betrachten zu können.
Hätte man mir gesagt, es würde mir so gut gehen, hätt` ich wohl vor Kummer gelacht, da ich dies nie für möglich gehalten hätte.
Nicht nach diesen anderthalb Jahren Drama, immer wieder Drama, dabei bin ich doch schon seit vielen Jahren nicht mehr die Dramaqueen, die ich mal war.
Ich nehm den rechten Schuh, werf ihn in den See und laufe barfuß ein Stück, bis mir allzu kalt wird, dann nehme ich die Bahn und fahre durch die Stadt.
Bunte Welt, in Schnee gehüllt, starrt mich an und wagt es nicht mehr, mich auszulachen, vielmehr, nun lächelt sie mich an.
Als ich zu Hause angekommen bin, nehme ich den zweiten Schuh, verstaue ihn in irgendeiner Ecke, begegne der Ordnung in meinem Kopf.
Geordnet und zufrieden lässt sich gut schlummern, auch TRÄUMEN ist wieder möglich.
So also leg ich mich hin, schließe die Augen und versacke in der Tiefe meiner Gedanken, sodass ich beruhigt in einen tiefen Schlaf falle, wie er die letzten Monate nicht möglich war.
Kein WARUM, WESHALB, WIE WEITER, WAS NUN mehr.
Kein WARUM ICH, kein WAS SOLL NUR WERDEN.
Ade!