2009
Gar nicht lange ist es her
Als ich ginge lichterschwer
Durch die Abenddämmerung
Und mein Liedel leise sung
Dort der Herbst, der Schwerenöter
Färbt die Landschaft immer röter
Mich bezaubert das chamois
Und zähl' leise, un, deux, trois
Frische Luft streift meine Nase
Übers Feld springt leis' ein Hase
Und ich laufe immerzu
Betrache die Wege, schweigend
Die Bäume, sich kläglich neigend
Wetterumschwung kommt im Nu
Der Wind schreit, der Himmel tut sich auf
Schwarzes kreisendes Loch
Verschluckt die Erde
Ein Gewitter entsendet
Es zückt sein Schwert
Geht auf dich los, will dich fangen
Du kriechst ins Bett, kannst nicht schlafen
Wie Nadeln am Fenster deines Zimmers
Stile schleicht
sich nach und nach
in deinen Kopf
Von weit her ein heulendes Tier
Filmriss
Doch ich atme sanft, in Ruh
Erwache, und recke mich nackt
Entdecke, im Rahmen, den Akt
Fast blind vor Schönheit auch du
Die Erinnerung kommt wieder
wie gar traurig leise Lieder
Stille Gassen, leere Straßen
Wie vom Wind hinweggeblasen