Overblog Alle Blogs Top-Blogs Beauty, Gesundheit & Fitness
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Akanthamöben Keratitis - was nun?
Akanthamöben Keratitis - was nun?
Menu
Hände

Hände

Ich nehme meine Hand, entfalte sie von der Faust zur offenen Fläche.

Erinnere mich daran, wie sich ein kleiner Spatz damals als ich so klein war im Park auf diese setzte, da sie Brotkrumen hielt.

Ich betrachte sie genau. Und just breche in Tränen aus. Stumme Tränen, denn weinen darf ich ja nicht, sonst wird das Auge wieder schmerzhaft.

Ich möchte gar nicht wahr haben, was bittere Realität ist:

Genau diese Hand lässt mich daran denken, dass jeder Mensch sein Leben selbst beeinflussen kann, selbst "in der Hand" hat - was er tut, was er wird, in welche Richtung er zeigt.

Aber ich?

Meine Zukunft wurde in die Hand eines anderen Menschen gelegt.

Meine Zukunft habe ich gewählt, doch ist fraglich ob ich die Chance bekomme, sie zu "leben".

Ein anderer Mensch hat die Entscheidungsgewalt und ich kann nichts tun. Ich versuche zwar, in die richtige Richtung zu lenken, doch das Ergebnis liegt nicht in meiner HAND.

Bin schon so kraftlos und noch mehr Kraft wird mir jetzt abverlangt.

Zu kämpfen, mein Bestes zu geben, die Wege freizuschaufeln soweit es mir irgend möglich ist.

 

Ich sitze hier. Und warte. Auf Mittwoch.

Mittwoch erst geht es endweder VORWAERTS oder RUECKWAERTS.

 

Hände sind etwas schönes.

Sie können zärtlich sein, gefühlvoll. Können streicheln, trösten.

Sie können hungrige Spatzen füttern.

Laden ein. Sie können ERSCHAFFEN.

 

Jedoch können sie auch vernichten.

Vielleicht vernichtet diese Hand meine Hoffnung.

Vielleicht vernichtet diese Hand meine Chance auf ein "normales" Leben.

 

Und ich denke daran, dass es nicht nur mir so geht.

Auch anderen Menschen wurde ungewollt, unverschuldet! die Entscheidungsgewalt entrissen.

Und auch sie sitzen da und hoffen wahrscheinlich, wie ich, dass sich alles zum Guten wenden wird.

 

Wie schrieb schon Antoine de Saint-Exupéry:

"Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche.
Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?
Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen."

Anhand von Zahlen wird also nun bestimmt, wie es weitergeht. Wie MEIN LEBEN weitergeht. Oder auch nicht.
Anhand von Zahlen, Fakten und Formularen.

 

Und ich sitze hier - und hoffe.

Immernoch.

 

Und ich weigere mich momentan, aufzugeben.

Weiterkämpfen werde ich, solange ich noch kann.

Weiterkämpfen werde ich, bis zum Ende.

Ich bin nicht bereit.

Denn dann würde ich mich selbst aufgeben...