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Akanthamöben Keratitis - was nun?
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Die Bank

Die Bank

Saß das kleine Mädchen, schweigend und allein, auf einer Bank

am Rande der Wiese und schaute entlang

des Weges um zu erkennen,

warum es da saß.

 

Die Beine kaum lang genug als dass die Füße hätten den Boden berühren können.

„So lange du die Füße unter meinen Tisch unter meines Hauses Dache steckst, hast du zu folgen“, sagte der Vater immer zu ihr.

Dabei wollte sie träumen, wollte sie selbst sein, wollte doch nur

ihr Glück.

Da gab es dieses Mädchen in ihrer Klasse, hübsch anzusehen und auch recht nett, gescheit und gewitzt, von allen gemocht da schon in so jungen Jahren – Charakter.

Und das kleine Mädchen mochte sie auch, mochte aber doch gern Zeit mit ihren besten Freunden verbringen, spielen, toben, scherzen, ärgern und verzeihen.

 

„Man verzeiht nicht. Solange du entweder werden willst, darfst du nicht verzeihen, denn die Welt ist schlecht und du wirst ausgenutzt.“

Erzählte er ihr und nahm den Hammer, schlug auf sie ein, immer wieder.

Du wurdest missachtet, du bist zu nett, du darfst so lieb nicht sein.

Belogen, verraten, verarscht. Über dich lustig gemacht haben sie sich, ausgelacht, sitzen gelassen. Ausgenutzt, Ausgenutzt. Und noch mal mit dem Hammer:

keiner mag dich.

 

Das kleine Mädchen baumelt mit den Füßen, hin und her, her und hin.

Gibt doch alles keinen Sinn? Ich bin so klein, so jung, so echt.

Möchte so bleiben. Wer gibt ihm das Recht? Mich zu demütigen, oder hat er vielleicht Recht?


Da geht ein Junge, Schritt für Schritt, langsam auf die Bank zu mit skeptischem Blicke und zieht eine Augenbraue hoch.

Um sie herum dreht sich die Welt und wirkt schwarz, dann grau, so weiß. Und mit einem Mal wächst sie, schnell und schneller, der Kopf dreht, die Füße berühren auf einmal hart den Boden.

Der kleine Junge schreitet auf sie zu, wirkt mit jedem seiner Schritte selbstsicherer, baut seinen kleinen Körper vor ihr auf und fragt:

„Was machst du hier? Das ist meine Bank“.

Graues Haar im leichten Winde geschüttelt, die Brille zurechtgerückt, das Kleid sachte geordnet. Dann sieht die alte Frau ihn an und spricht. Nicht.

 

So steht er da vor ihr, die Augenpaare in gleicher Höhe aufeinander gerichtet, fest fixierend. Um die Augen des Jungen spielt ein leiser Hauch von Wut und Verwunderung. Seine Bank – wegen einer alten Frau - BESETZT.

Die Bank ist so schon recht klein gebaut, hier und da fehlt ein Brett und zudem – sie sitzt in der Mitte.

Neben ihren Augen kleine Falten, die ihn anlächeln und er erkennt – IHRE Mitte.

 

Sie rückt an den äußersten Rand der Bank, zupft behutsam ihr Kleid zurecht, schüttelt ihr Haar im Winde, spürt die aufkommende Frische im Nacken.

So sitzen sie dann da, schweigend. Eine gefühlte Ewigkeit.

Noch ein zweites Mal blickt sie ihn an. Sehr lang.

Reicht ihm ihre Decke hinüber, mit welcher sie die Knie bedeckt und fragt:

„Verzeihst du mir?“

Und bei ihm im Kopf dreht es sich, erst langsam, dann immer schneller, die Welt um ihn herum wird schwarz.

„So lange du die Füße unter meinen Tisch unter meines Hauses Dache steckst, hast du zu folgen“, sagt der Vater immer.

Dabei will er träumen, will er selbst sein, will doch nur

sein Glück.

 

„Man verzeiht nicht. Solange du etwer werden willst, darfst du nicht verzeihen, denn die Welt ist schlecht und du wirst ausgenutzt.“

Du wirst sonst missachtet. Du bist zu nett, du darfst so lieb nicht sein.

Belogen, verraten, verarscht. Über dich lustig gemacht haben sie sich, ausgelacht, sitzen gelassen. Ausgenutzt, Ausgenutzt.

 

So sprach er dann: „Nein“.

Denn sonst würde sie kommen. Immer wieder und er denkt beklommen: >Das ist doch aber meine Bank, mein Plätzchen, mein Schätzchen, wo niemand mich findet und bindet an – die Realität der Realität.“

Da steht die Frau auf und sagt leise mit stummen Lächeln: „Es ist nie zu spät!“.

 

 

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