06.06.2012
Es ist schon seltsam. Komisch. Manchmal sogar beängstigend.
Ich saß da letztens in der Bahn und stellte es wieder einmal bewusst fest.
In Momenten, wo ich mich vor dieser Zeit richtig impulsiv gefreut hätte oder aber traurig gewesen wäre, reagiere ich nun kaum oder nicht mehr.
Zumindest diese ungehemmte Freude oder Traurigkeit - fühle ich einfach nicht mehr.
Klar, bereiten mir bestimmte Momente Freude oder Kummer, aber auch nur recht kurz und dann scheint mir das nur wie ein "nebenbei".
Es ist schwer zu beschreiben.
Viele Sachen tangieren mich absolut nicht mehr. Vor allem, wenn es um zwischenmenschliches geht.
Nach meinem Ansinnen, woher das wohl kommt, blieb mir nur eine logische Schlussfolgerung:
Die letzten Monate war ich durch diese Krankheit so oft niedergeschlagen und am Ende. Und sobald es dann noch außerhalb dieses Problems andere Dinge gab, die belasteten, hab ich sie ab einem gewissen Zeitpunkt einfach weggeschoben, da das Gefühlschaos einfach nicht zum Aushalten war.
Zudem - wie ich schon berichtete - Tränen verschlimmerten das Auge sehr. Dann unter Schmerzen zu weinen war noch beschissener, als einfach gar nicht zu weinen.
Ich glaube, ich habe mich einfach "abgehärtet", ohne dies wirklich zu beabsichtigen!
Gefühle haben momentan kein Platz in meinem Leben, da dies alles nur schlimmer macht.
Und so empfinde ich kaum mehr etwas.
Ich kann nicht mehr loslassen.
Und vielleicht ist das gut, vielleicht aber ist das genau der falsche Weg.