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Akanthamöben Keratitis - was nun?
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13 Ängste

Viele Ängste gehören mittlerweile zum Alltag.

 

Dies beginnt schon morgens, sofort nach dem Aufwachen. Ich traue mich nicht, meine Augen zu öffnen, Gedanken wie:

"Wird es jetzt aufgehen?", "Wird es rot sein?", "Ist es heute okay oder werden Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit wieder mein Leben beeinflussen?" gehen mir durch den Kopf.

Dann erst wage ich den Versuch.

 

Dann geht es schon weiter.

Es muss geduscht oder die Haare gewaschen werden.

Angst vor dem Wasser erschwert beides sehr. Immerhin hat es sich gebessert, früher hatte ich unter der Dusche richtige Panikattacken, da immer die Angst da war, dass Wasser in die Augen kommt.

Mittlerweile ist es ertragbar, man gewöhnt sich so relativ daran.

Baden ist für mich natürlich nur in der Wanne möglich - dort sind schließlich keine Wellen oder Kinder, die im Wasser rumplanschen.

Im See, im Meer oder in der Schwimmhalle werde ich wohl nie wieder baden gehen, zu groß ist die Befürchtung, es passiert etwas.

Wenn man eine Nacht gemeinsam und nicht alleine schläft, so ist Duschen am nächsten Tag - zumindest gemeinsam - nicht drin.

Allein ist es schon anstrengend genug, zu zweit wäre es die Hölle.

 

Sobald ich rausgehe, regiert die Angst den Kopf, dass die Schmerzen wieder losgehen.

Zu oft schon saß ich in der Bahn, musste das Auge schließen, weil es rundherum zu hell und somit sehr anstrengend war, das gesunde Auge schloss sich dann automatisch und auf einmal begann es zu tränen, wehzutun und herumzuspinnen.

Das Öffnen BEIDER Augen war auf einmal nicht mehr möglich, nur mit Gewalt konnte ich noch kurz mein gesundes Auge aufreißen, um wenigstens schnell aus der Bahn zu stürmen und es irgendwie heim zu schaffen.

Dies jedoch zog unglaubliche Schmerzen mit sich.

Immer, wenn ich rausgehe stellt sich mir die Frage:

Komme ich wieder zurück?

Und was, wenn nicht?

 

Dann muss man immer aufpassen, dass man auch ja viel (bzw. genug für mehrere Tage) Essen im Hause hat.

Denn wenn es wieder losgeht, ist rausgehen teilweise unmöglich, oft unerträglich.

Selbst einkaufen wird dann zu einem Höllentrip, wenn es denn überhaupt möglich ist. Und man will ja nicht dauern Freunde und Familie damit belasten.

 

Weiter geht es mit den "Zukunftängsten", die vor allem am Anfang oft über mich hereinbrachen.

Was geschieht mit dem Studium? Was, wenn ich gar nicht studieren kann? Wie geht es dann weiter?

Dieser ganze organisatorische Kram der zusätzlich noch belastet, aber nicht beiseite geschoben werden kann, setzt zusätzlich unter Druck und schafft Ängste.

Dies hat sich mittlerweile zum Glück reguliert, auch durch viel Hilfe von Außen.

Doch auch das geht nicht einfach vorbei und ist sogar jetzt manchmal noch gegenwärtig, auch wenn ich es mittlerweile so hinbekommen habe, dass alles irgendwie zumindest relativ geregelt ist.

 

Diese Ängste zu bekämpfen ist zum großen Teil sehr sehr schwierig bis hin zum Teil gar nicht möglich. Dies alles zehrt natürlich auch zusätzlich an den Kräften.

Bleibt nur zu hoffen, dass das ganze Spektakel irgendwann aufhört.

Und dass man irgendwann wieder angstfrei durchs Leben spazieren kann.