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4. Juli 2013 4 04 /07 /Juli /2013 15:36

Während ich für dich den Nebel packe und ihn zerreiße, beschreiben deine Finger ein Lied, welches du nicht für mich anspielst sondern für eine längst vergangene Liebe.

Und der Horizont dehnt sich an jenem Morgen in unendliche Weiten, um Unerreichbarkeit zu malen, wie dein Schatten auf dem Podest.

Ein paar intensive Stunden gaukeln dem Narren vor, er könne den Leuten, die um ihn stehen und ihn betrachten, seine natürliche Schönheit zeigen, wobei er doch vergisst, dass er Schminke trägt, die ihn einzig witzig ausschauen lassen, egal wie traurig er wahrhaftig ist.

Und er stolpert über einen Stein, sein Zeh schmerzt ziemlich, das Publikum lacht denn es denkt, dies gehöre zum Programm.

Da bricht er in Tränen aus, und weiter lachen die Menschen um ihn herum, werfen ihm hie und da Geldstücke in den Hut, bis er die Flucht nach vorne ergreift.

Ich picke ihn irgendwo, ein paar Straßenecken weiter, auf und nehme ihn mit nach Hause. Stumm teilen wir das Bett, das einzige jedoch was wir außerdem teilen, sind unsere Gedanken.

Zusammen laufen wir dann am nächsten Morgen durch den angebrochenen Tag, allein auf den Straßen, denn alles schläft noch.

Die Samen der Pusteblumen können wir heute nicht fliegen lassen, der Taub benetzt sie, sodass sie zu schwer sind und sich nicht lösen können.

So laufen wir weiter durch das ungemähte Gras, hingerissen von der Schönheit der schwindenden Kälte, welche uns noch zärtlich den Nacken kitzelt.

Also schweigen wir, und erst als wir einen toten Fuchs entdecken, der schon länger dort liegt, so dass er mittlerweile aussieht wie der Leichnam eines Löwen, beschließen wir, gemeinsam Gedichte zu reimen.

Jeder spricht nur einen Vers, das abwechselnd. Nur verlassen uns die bedrückenden Gedanken nicht, so dass auch unsere Gedichte von der Last unserer Seelen sprechen, woraufhin wir bald aufgeben, da wir doch eigentlich genau wissen, wie glücklich wir sein müssten und uns unsere Traurigkeit zum Vorwurf machen.

Einen Handstand habe ich seit Jahren nicht mehr gemacht, ich bin einmal so bös gefallen, dass ich seit diesem Male solch Panik davor hatte, dass ich es gar nicht mehr versuchte.

Dieser Sonntag jedoch verspricht mit seinen glitzernden Spinnennetzen und im Winde wehenden Grashalmen Besserung. Also üben wir stumm, der Narr hält mich, er hält mich fest, so dass ich nicht fallen kann.

Also lasse ich mich fallen, begebe mich in seine Obhut, ohne Skepsis, ohne Angst, ohne groß nachzudenken, wie es sonst so meine Art ist.

Jetzt sehe ich endlich wieder glücklich aus, auch wenn dies nur daran liegt, dass ich kopfüber stehe.

Zudem beginnen meine Augen endlich wieder zu leuchten, das haben sie lange nicht mehr getan, denn dieses schwummrige Gefühl, das ich mit der Zeit bekomme, mag ich sehr.

Manchmal esse ich sogar zwei Tage nichts, da es mich auch dann wieder überkommt.

Denn den Handstand traue ich mich ja nicht.

Ich bin süchtig danach. Nach diesem Gefühl. Ich bin ein Junkie, aber das nehme ich nicht ernst, denn solange mir so für kurze Zeit wohlig ist, kann das nur gut sein.

Aber außerdem bin ich süchtig danach, andere Menschen glücklich zu sehen.

Und ihnen zum Glück zu verhelfen. Egal welche Art des Glücks. Also stelle ich mein Begehren hinten an, stelle mich bekümmert wieder auf meine Füße, und sage dem Narren, auch er sollte einen Handstand machen, damit ich ihn lächeln sehe.

Als wir später im nassen Gras liegen und die ersten Spaziergänger mit ihren Hunden unsere Ruhe stören, halte ich seine Hand, um sie küssen zu können.

Auch nach Liebe bin ich süchtig, wobei ich mir verweigere, Menschen in mein Leben zu lassen, die ich wirklich lieben lernen könnte.

Es gibt für mich nur zwei Arten der Liebe. Körperliche Liebe und die seelische. Natürlich kann man beide auch zusammen finden, nur nicht ich, ich habe nun einfach kein Glück.

Am Ende bleibt mir nur die körperliche, und diese liebe ich so sehr, dass ich sogar einem Narren die Hand küsse.

Mit einem Mal dann springt er auf, um einen Vogel zu fangen, seine zu großen Schuhe jedoch hindern ihn daran, schnell genug laufen zu können, also beginnt er einfach, sich im Kreise zu drehen. Ich springe auf und will es ihm gleichtun, doch entdecke ich weiter hinten eine Brücke, welche meiner vollen Aufmerksamkeit bedarf.

Die Pfosten die sie tragen, sind schon gerostet, dennoch stehen sie sicher, stehen fest auf dem Boden. Da Brücken für einen Neuanfang stehen, für eine Verbindung zwischen verschiedenen Welten, muss ich zu ihr gelangen und laufe los, unterwechs sammle ich noch einen Ast ein, tausend Blätter und bastle mir so Flügel.

Angekommen stelle ich fest:

Hässlich schaut sie aus, man hat versucht sie durch Malereien zu verschönern, doch ist dieser Versuch gescheitert, da sich nun unvollendete Bilder aneinander reihen, deren Farben teils schon ausgeblichen sind.

Ich unter der Brücke hindurch, frage mich, wie nach oben zu kommen sei.

Keine Treppe, keine Stufen kann ich entdecken, es scheint, als würde sie aus dem Wald herauswachsen, über das ehemalige Flussbett, dass jetzt nur noch aus der Wiese besteht, welche wir diesen Morgen erkundeten und als würde die Brücke wieder in den Wald hineinwachsen, ein Stilbruch, etwas das da nicht hingehört, wie eine Fratze im Dickicht. 

Um die tausend Schritte laufe ich, hin und her, wieder zurück, im Zickzack, den Kopf immer leicht zur Seite geneigt, um meine Ratlosigkeit auszudrücken.

Da momentan kein Wind, nicht mal eine Brise weht, bin ich mir sicher, dass auch meine Flügel mich nicht tragen werden, also suche ich weiter, mittlerweile vor Wut zitternd, da ich meinen Willen einfach nicht bekommen soll.

Irgendwann dann krame ich doch meine Brille hervor, welche ich aus Eitelkeit nicht trage, setze sie auf und -

entdecke rechts auf der hinteren Seite einen Pfad, der sich durch die Gebüsche nach oben schlägt.

Wie ich dann oben von der Brücke blicke, dreht sich der Narr immer noch im Kreise, seine Augen glänzen, während er ein längst vergessenes Lied singt. Das Lied seiner Liebe über eine ehemalige Liebe.

Und ich springe.

 

 

 

 

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5. Mai 2013 7 05 /05 /Mai /2013 23:15

Das Telefon klingelt, ich wimmle den Anrufer ab.

"Jetzt nicht. Mir wurde soeben mein Herz gebrochen!".

 

Wenn ein kleines Mädchen dir in die Augen schaut und dir seinen Kummer anvertraut, dann ist das der Moment, an dem du Gefahr läufst, den ganzen Abend den Kopf nicht mehr freizubekommen.

Vielleicht sogar die ganze Woche. Oder noch länger..

Du läufst Gefahr, dich nach langer Zeit, sogar nach Jahren wieder machtlos und unsicher zu fühlen.

Denn ein paar Sätze, sowie der Fluss, der in ihren Augen steht und kurz davor ist, Damm zu brechen, reißt dich mit in den Strudel der Verzweiflung, den sie spürt.

Wie erklärt man einem kleinen Mädchen die Welt und dass diese auch grausam wirken kann, obwohl sie es manchmal vielleicht gar nicht unbedingt sein mag.

Und dass sie es wiederum ebenso sein kann.

 

Wie erklärst du ihr, dass Streit normal und sogar notwendig ist. Wie erklärst du ihr, dass sie geliebt wird, trotz dass sie immer das Gefühl hat, alles falsch zu machen und natürlich auch zurechtgewiesen wird, da dies die Pflicht der Eltern ist.

Einem Kind die Gefühle und Situation der "Erwachsenen" darzulegen, ist nicht einfach, zumal sowieso jede Situation von den Beteiligten anders aufgenommen und interpretiert wird. Jede kleine Geste, jede Mimik, all das lässt Spielraum offen und kann sogar fehlleiten.

 

Es ist jener Moment, der einen in die eigene Kindheit zurückwerfen kann und dem Erlebten wieder Gestalt verleiht, da es dem Geschilderten von ihr doch teilweise sehr ähnelt, .

Und das ist ein furchtbares Gefühl, denn es ist der Moment, in dem du sie verstehst und helfen willst, dir jedoch die Hände gebunden sind.

Der Moment, in dem man sich fragt, wie viele ebenso spüren und wie viele auch oft in ihrem Zimmer liegen und weinen, aus der Angst heraus, man könnte einen Fehler begehen und danach Mama "verlieren".

Wie viele schon gebrochen sind, obwohl sie doch nur Kind sein und von Sorgen und Kummer noch nichts wissen sollten.

Zumindest nicht in diesem Maße, nicht in dieser Form.

 

Die Eifersucht auf andere Kinder, wenn sie Liebe erfahren von dem Menschen, den man sich nahe wünscht und der doch weit weg zu sein scheint.

 

Wie erklärt man einem Kind die Welt?

 

 

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23. Januar 2013 3 23 /01 /Januar /2013 18:47

Mitten auf der Wiese, unweit vom Wegesrand, steht ein Pissoire, versteckt in einer Verkleidung von rohem Holz, nur zum Zweck grob geschliffen, sie läuft direkt darauf zu, es zieht sie dort hin.

Aus unerfindlichem Grunde weiß sie genau, was sie zu tun hat, bewegt sich beinahe wie ferngesteuert und wer sie besehen würde, würde meinen, sie sei eine Marionette.

Die langen Finger – ausgestreckt – weisen den Weg nach Norden, bereit, auch den Weg in ihre Zukunft zu zeigen, sofern es denn ihre Zukunft sei, und dem ist sie sich just in diesem Moment gar nicht mehr so sicher.

 

Es ruckt, die Tür zuckt und das Schloss kreischt kurz auf, als wolle es sie davon abhalten, den Lokus zu betreten, woraufhin sie nur noch energischer Schritt fasst.

Ihre Begleitung schweigt, sie hielt sich schon die ganze Zeit eher im Hintergrund, obwohl das wahrschlich schwerlich schien, denn auch die Madame ist still, als sei sie besonnen und handle reiflich überlegt, ohne in Ungeduld zu verfallen, was da wohl kommen möge.

 

Beide stehen sie stille in dem kleinen Raum. Der Spiegel liegt wohl schon lange in Scherben, der Plastikrahmen drum herum ist wahrhaftig auch nicht das, was man als schön bezeichnen würde, ein paar undefinierbare Spritzer kleben an der fünften Fliese oben von rechts, in einem Farbton zwischen einem Gelb-Bordeaux und einem Mädchenhaftem Violett scheinen sie von früheren Zeiten zu erzählen.

Der Wasserhahn auch von altem Bau, man muss ihn noch drehen, um sich die Hände nach dem Gang zu reinigen, und natürlich auch wieder abdrehen, sodass auch die Flecken auf dem Boden durch die Schusseligkeit den Einen oder Anderen Nutzer zuvor leicht zu erklären sind.

Das erste Mal treffen sich die Blicke der beiden Frauen, ohne jegliches Gefühl oder auch nur einen Gedanken preiszugeben sehen sie sich an, nur um sodann wieder voneinander abzulassen.

Es ist das Waschbecken, das weiß sie, nur ist nun noch herauszufinden, wie die Pforte zu öffnen sei.

Doch wieder weisen ihre Finger automatisch den Weg, diesmal zeigen sie nach Südosten, sie begreift, und so beginnt sie umgehend, am Rohr zu schrauben, welches in den Boden führt, es zu lockern, bis sie es abnehmen kann.

Wie sie es dann langsam zu sich zieht, um es zu lösen, geschieht alles auf einmal ganz von allein.

Die Fliesen, die ihnen wie viele kleine einzelne schienen, scheinen nun doch aus einem großen Ganzen zu bestehen, der Boden tut sich auf und ein Weg in die lang gesuchte Welt entsteht.

 

Zum zweiten Male treffen sich ihre Blicke, noch immer ohne Regung, noch kein Wort gesprochen und trotzdem – läuft alles, als sei es abgesprochen und vereinbart, als hätten sie einen Vertrag geschlossen, der besagte, sie müssen diese Erfahrung gemeinsam teilen, ohne Widerworte und Gebaren.

Ihre Blicke richten sich auf das Erdloch, welches da vor ihnen liegt und schon schlüpfen sie ohne Furcht, eine nach der anderen, hindurch, in die Tiefen der Erde, endlich an ihrem Ziel angekommen, so wissen sie.

Nach kurzem Schlittern fassen beider Füße wieder Boden, die eine streicht sich die Haare ohne Frisur zurecht, die andere tupft sich mit einem Stofftaschentuch den Staub von den Wimpern, behutsam, beinahe zärtlich.

Zugleich erblicken sie den hellen Raum, mit etwa einem Dutzend Menschen gefüllt, noch hat keiner die beiden bemerkt, noch unterhalten sie sich weiter angeregt und wägen sich weiterhin unentdeckt.

Alles wirkt nur halbherzig zurechtgemacht. Ein paar Tische, ein paar Stühle, hie und da ein Glas herumstehend, flackernde Lichter die wohl atmosphärisch wirken sollen, jedoch eher das Gegenteil beim Besucher auslösen, als sie zum Zwecke gedacht waren.

Gemächlichen Schrittes laufen sie entgegen der Anwesenden, wissen sie doch wohl, dass sie nicht unentdeckt bleiben werden, ja, dies auch gar nicht beabsichtigen.

Bis zu der Blonden, die sich, posend, nach hinten umdreht, ihre Haare zurückwirft, der Madame in die Augen blickt und – so scheint es – erhaben lächelt.

„Verschwiegen!“ - so spricht die Madame, und die Antwort der Blonden gefällt ihr nicht.

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10. Dezember 2012 1 10 /12 /Dezember /2012 08:16

Haltestellensitzen, auf kaltem Metall, ein wenig Regen fält auf die Erde.

Eine Mutter stellt den Kinderwagen ab, packt das weinende Kind und setzt es unsanft neben mir ab, mit den Worten: "SEI STILL JETZT!". Zündet sich eine Kippe an, und dann noch eine, denn die Bahn kommt erst einige Minuten später.

Das Kind beruhigt sich allmählich, die Bahn kommt, die Fahrgäste steigen ein, so auch sie.

Das Kindchen, ein Mädchen im Übrigen, falls das was zur Sache tut, setzt sich mit der Mutter mir gegenüber auf den Platz.

Es ist still, hat die ganze Zeit kein Wort herausgebracht, kuschelt sich nun an die Mutter. 

"JETZT NERV MICH NICHT!" und ein Wegstoßen sind die einzigen Reaktionen, die sie daraufhin entgegenbringt und dies bleibt auch das Einzige, was sie ihrer Tochter während der langen Fahrt zu sagen hat.

Das stimmt mich traurig. Und nachdenklich.


Ein grauer Himmel, passend zur Stimmung aller Anwesenden.

 

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28. November 2012 3 28 /11 /November /2012 21:02

 

 

Wir werfen Steine durch Glasscheiben und beschreiten den Globus mit unseren Fingerspitzen.

Auf der Suche nach Vollkommenheit verirren wir uns, da wir vor lauter Misstrauen nicht einmal mehr der Wegbeschilderung trauen, die uns doch so eindeutig die Richtung zeigt.

Stehen wir vor einer  Weggabelung, verharren wir viel zu lange, um zu erwägen, welchen Weg wir wählen sollen, anstatt einfach einmal loszulaufen.

Zu groß in unseren Augen das Risiko, am Ende vor einer Sackgasse zu stehen und auch den Rückweg als keine Möglichkeit in Betracht ziehen zu können.

 

Meine Schreibmaschine steht schon seit vielen Jahren bei mir, eine ganze Zeit lang habe ich sie sogar benutzt,  bis dann das Band immer wieder heraussprang und ich irgendwann keine Nerven mehr hatte, es immer wieder neu aufzulegen.

Dann waren auch immer meine Finger danach so schwarz und wenn man unachtsam ist und kurz darauf auch noch das Papier anfässt, gibt es hässliche schwarze Flecken.

Ich stieg also um, nutzte fortan den Laptop und nun steht meine Schreibmaschine einfach nur um, hat keinen Nutzen und sieht nicht einmal schön aus, da sie durch eine hässliche graue Plastikhaube vor Stab geschützt wird.

Trotzdem hebe ich sie auf, mit dem Vorhaben, mich ihr irgendwann zu widmen und das Problem zu beheben, doch weiß ich ganz genau, dass das wohl nie der Fall sein wird.

Und so ist es doch mit vielem.

 

Man nimmt sich Sachen vor, und egal ob es weniger oder mehr Aufwand ist, oftmals bringt man die Dinge nicht zu Ende, verschiebt es und verspricht Besserung.

Listen mit Aufgaben füllen sich stetig, würde man alles wahrhaftig festhalten und nicht teilweise einfach verwerfen, da man aufgibt diese je zu erfüllen, würden wir irgendwann im Alter im Schaukelstuhl sitzen und uns fragen, womit wir unseren Lebtag verbracht haben.

 

Prioritäten setzen ist wichtig, doch läuft Mensch Gefahr, die kleinen Dinge, die ebenso wichtig sind, zu übersehen oder gezielt auszublenden.

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24. September 2012 1 24 /09 /September /2012 18:02

 


 

 

Ich brauche Zeit.

Gibt mir Sekunden, gib mir Minuten, um darüber nachzusinnen, was zu antworten das Richtige wäre.

Gibt es ein falsch oder richtig? Meines Erachtens nach nicht, und doch…

 

Tat begangen, für schuldig befunden, weiteres Vorgehen fragwürdig.

Gib mir Stunden, Tage, Wochen.. Antwort wird erwartet, doch kann ich keine Antwort geben, unfähig zu entscheiden, nicht über mich und schon gar nicht über uns, also lass es uns einfach dabei belassen.

Nicht mehr darüber reden, es einfach ignorieren, so tun als wäre diese Frage nie in den Raum geworfen worden. Ich nehme mir die Zeit, ich nehme mir oft einfach, was ich will und brauche, und ich frage mich, ob ich DAS brauche und DICH und UNS und ich bin

                                     z w i e g e s p a l t e n.

 

Also knauple ich weiter, obwohl ich mir fest vorgenommen habe, es zu lassen, weil meine Finger dann immer so hässlich, zerschunden und abartig wirken, wie der Abgrund meiner Gedanken.

Sieh meine Finger an, und du weißt, was in mir vorgeht.

Was ich fühle, was ich will.

Ich hätte so gerne schöne Fingernägel, da das elegant wirkt und gepflegt, ich hätte so gerne schöne Fingernägel, da oft auf die Finger geschaut wird.

Doch eine Maniküre zu beanspruchen wäre nur ein Verstecken, ein Überstreichen der alten Fassade.

Also lass ich es einfach.

 

Ich lasse es, vegetiere vor mich hin, todmüde da keine Minute diese Nacht geschlafen, ersuche den Sinn, und denke über das Geschehene nach, unschlüssig was ich davon halten soll.

 

Ich hätte Lust, mir die Finger abzuschneiden, doch dann würde ich leiden denn so könnte ich keine Musik mehr erschaffen, also beschließe ich es zu lassen.

Ein Instrument zu beherrschen bereitet mir einfach zu viel Freude. Finger braucht man da leider.

Abgesehen davon kann man mit Fingern Wunder bewirken. Kann streicheln, zärtlich sein, dir den Kopf graulen, dich fest im Genick oder beim Schopf packen und..

 

Was man mit Fingern alles machen kann ist unglaublich. Ich mag Ärsche, vor allem Männerarsche, ganz besonders deinen.

Doch nur mit den Handflächen fühlt‘s sich dann nicht so gut, also brauche ich meine Finger..

Wie ich dir über die Lippen fuhr, mit dem Daumen, in dieser Nacht und meine Finger Bände sprachen, dich suchten und fanden, dich wollten.

Dein Gesicht ersuchten um dir die Küsse zu geben, welche ich dir nicht geben durfte, wollte und konnte.

 

Habe Angst, etwas zu verpassen, wenn wir den Entschluss fassen, es zu lassen. Sagtest, wir sollten dieses Mal konsequent sein, ob ja oder nein.

Doch wie sollte dies gehen? Denn so wie es bisher geschehen…..

Habe dir meine Entscheidung mitgeteilt, schon vor langer Zeit, habe abgelehnt und mich in diesem Moment entspannt zurückgelehnt, da ich naiv wie ich war, noch annahm- >ich sagte was ich dachte< also lachte ich in Gewissheit, es sei vorbei und geklärt und ab sofort nicht mehr verkehrt.

Verneinte aus Stolz, aus Angst das WIR könnte zerbrechen, die Furcht du könntest mich brechen und das ungesagte Versprechen, meine Gewissheit du würdest damit etwas in mir freisetzen und meine Grenzen austesten.

Der Gedanke ich könnte dir am Ende doch nicht genügen.

Was wenn wir unsere Erwartungen nicht erfüllen, dann nebeneinander liegen wie leere Hüllen, uns nicht ausfüllen und die Stille schweigend anbrüllen.

Zu verlieren das Vergnügen, welches so schön ist wie es JETZT ist und mir so viel gibt.

Weil nicht jede Veränderung im Endeffekt ein Genuss oder gut sein muss. Weil du mir zu wichtig bist und am Ende vielleicht nur alles Illusion ist.

Da du dich in einer Beziehung befindest und ich zumindest nicht die sein mag, die sich dann fragt Tag für Tag ob es an ihr lag.

Und doch – will ich so sehr - mit dir den Geschlechtsverkehr.

 

Sex macht doch oft alles kompliziert.

Und doch, wenn ich bei dir bin, du mich dann fesselst, einfach um zu zeigen, wie man schnürt, wie sollte ich das einfach hinnehmen können?

Wenn du mich zum Abschied auf den Hals küsst, wie sollte ich das einfach hinnehmen können?

Und vor allem - wie sollte ich dich wegstoßen, wo es mich doch so sehr zu dir zieht? Das kann ich einfach nicht.

Wie sollte ich immer auf’s Neue ruhig bleiben, wenn du mir immer wieder sagst, es wird sicherlich passieren, es ist nur eine Frage der Zeit?

 

Es zehrt an mir und frisst mich auf, ich fühle mich als wäre ich nur ein Hauf-en Schutt, wenn ich von dir gehe und mich dann im Spiegel sehe, verblasse –

da in meinem Kopf die Dinge geschehen, die ich nicht mit mir machen lasse, es zieht mich so sehr zu dir.

Würde nur zu gern das Träumen wahr werden lassen.

Und doch – versuche ich mich zu fassen, zurückzukehren zur

                                        V e r n u n f t.

 

Was soll ich wohl weiter sagen, außer „Nein!“, wenn du mir einfach mal so am Straßenrand erklärst, dass wir uns nicht mehr sehen können.

In diesem Moment wurde mir klarer, als je zuvor, dass es verdammt kompliziert werden könnte.

 

Und dann gehst du halt aus meiner Tür raus, ich blick dir nicht nach, schlag die Tür zu und rauch erst mal eine, da ich nicht drauf klarkomme. Es verlangt nach dir, ich schaffte bisher dann höchstens grad noch so kurz davor den Schlussstrich zu ziehen und vor mir selbst zu fliehen.

 

Ich blicke auf meine Finger, nehme ein Messer, ziehe einen 1 Zentimeter langen Schnitt.

Es blutet arg fein, und ich freue mich – nicht.

Keine Alternative zum Knaupeln, und doch, wenigstens blutet es, so wie meine Gedanken mir durch den Kopf rennen, rennt das Blut meinen Finger entlang.

Ein schönes Bild, ein wunderbarer Vergleich. Und doch keine Alternative.

 

Ich hätte Lust, in diesen Spiegel zu schlagen, der mir zeigt, wie du von hinten an mich herantrittst, ich mitnichten abgeneigt, du meine Hüften greifst, daraufhin deine Hände über meinen Körper gleiten, und ich lasse mich verleiten. Werfe meinen Kopf nach hinten auf deine rechte Schulter, schon alleine durch meine Gedanken in völliger Ekstase gefangen.

Mein ganzer Körper bebt vor Verlangen nach dir, und ich gehorche.

Aufs Wort.

 

Aber dann müsste ich mir einen neuen Spiegel kaufen, der mir ja doch nur das gleiche Bild zeigt.

Denn kein Spiegel schweigt.

 

Wenn wir uns für das Nein entscheiden würden, was wäre denn dann? Könnten wir es tatsächlich lassen? Würde das Verlangen wahrhaftig verblassen?

Bisher ging das doch auch nicht, also – was hat dann dieses erneute Nein überhaupt für ein Gewicht, nur weil man es mal wieder erneut ausspricht?

Mit dem Vorhaben, es sei endgültig, definitiv und nicht nur ein primitiv-er Versuch.

Die Entscheidung dagegen muss nicht wahrhaftig die Lösung sein, schließlich existierte sie vorher auch.

Wenn wir sagen, wir lassen es, stellen wir erneut diese Regel auf, hängen einfach das Wort >endgültig< dran,

wollen glauben, aber.. das macht es dann manchmal doch sogar noch reizvoller, denn Regeln zu brechen fasziniert.

Vor allem dann, wenn man sie verschärft.

Und wenn wir sie absprechen dann brechen, ist es nicht noch viel schlimmer, als wenn es zuvor geschehen wäre? Was auch immer - egal ob ja oder nein, ob ich mich wehre und von diesem Verlangen trenne oder aber - mich bekenne - beide Worte bereiten mir gleichermaßen Angst.

Für mich gibt es momentan keinen Weg als einfach zu sagen: Ich bin hin- und hergerissen und doch – werde ich mich wohl entscheiden müssen.

 

Vielleicht sollte ich mir Handschuhe zulegen!

 

 

 

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19. September 2012 3 19 /09 /September /2012 14:23

Der kleine Komet


Der große Komet sprach zum kleinen Kometen, als er dessen Herz auf einmal leuchten sah: „Vergiss sie, sie wird nie dein, ihr seid zu unterschiedlich!“. Doch der kleine Komet liebte sie zu sehr, als dass er hätte auf ihn hören können, auch wenn sein Verstand ihm das gleiche sagte. Er blickte tagelang hinab, seufzte, wenn sie seufzte und freute sich, wenn sie lachte.

Seine Sehnsucht war so groß, dass er eines Tages zum großen Kometen ging, um sich zu verabschieden. Dieser hieß ihm noch einmal, doch dazubleiben, er würde verglühen, wenn er sich der Erde näherte, so sei es Gesetz. Doch der kleine Komet lächelte ihn an und sagte: „Wenn ich hier bleibe, dann habe ich jeden Tag das Gefühl, als würde ich verbrennen, und dies ist eine viel schlimmere Qual! Ich muss es versuchen, vielleicht schafft es meine unendliche Liebe, dieses Gesetz zu brechen“.

Und so machte er sich auf den Weg. Seine Reise währte recht lang, doch als er sich dem Hause der geliebten Frau langsam näherte, freute er sich sehr, würde er doch bald bei ihr sein. Doch plötzlich bemerkte er, wie seine äußerste Schicht langsam Feuer fing und er spürte Schmerzen, die ihm ungeheuerlich erschienen. Dabei wollte er doch nur zu ihr…

Da rief er zu den Wolken, sie mögen doch Regen hergeben, und begann zu weinen. Die Wolken mochten den kleinen Kometen auf Anhieb sehr und bewunderten ihn zudem für seinen Mut, hatten sie doch schon lange davon geschwärmt, über die Berge hinfortzuschweben, und doch so große Angst, die Bergspitzen würden sie zerreißen wenn der Wind sie nicht  hoch genug tragen würde.
So waren sie sofort bereit, ihm zu helfen und es begann in Strömen zu regnen.

Die Frau, die den Regen so sehr liebte, trat erfreut ans Fenster, legte ihr Ohr ans Fenster und schaute hinaus. Da sah sie von weit her den Kometen fliegen, direkt in ihre Richtung. Sie freute sich sehr, hatte sie doch noch nie einen Kometen von so nahem gesehen. Doch trotz dass sie wusste, dass er näher kam, schien es als würde er immer kleiner werden. Sie sprang zum Stuhl, nahm geschwind ihren Morgenmantel und zog ihn sich über, während sie die Wendeltreppe hinunter stürmte um zum Ausgang in den Garten zu gelangen.

Dort stand sie dann und starrte weiter den Kometen an. Er erschien ihr so wundervoll, so vollkommen. Der Komet indess weinte vor Glück, hatte er die Hoffnung doch nicht aufgegeben, seine Reise zu überstehen. Er verglühte zwar immer mehr, trotz des Regens, und doch..

Ein paar Meter weit von ihr entfernt platschte es. Sie rannte zu der Pfütze, die den Kometen aufgefangen hatte, und suchte nach ihm.

Dann endlich, nach angestrengtem Schauen, entdeckte sie einen Stein, der sonderbar glänzte, ein wenig rot, ein wenig silbern. Sie nahm ihn behutsam in die Hand und dachte bei sich:

„Dies ist wohl alles, was von dem kleinen Kometen übrig geblieben ist!“ und damit hatte sie recht. Es war sein Herz, welches nicht verglühte. Denn dies war es schon gewohnt, dies hatte es jahrelang erlebt, ein Glühen konnte ihm nichts anhaben.

Also fand das Herz des kleinen Kometen einen Platz bei ihr – in der Vitrine neben anderen, wundervollen und einzigartigen Sachen.
Sie allerdings sollte erst viel später erfahren, was es mit diesem Ding, was ihr wie ein Stein erschien, auf sich hatte.

 

 


 
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12. September 2012 3 12 /09 /September /2012 01:21

Ich vergieße Tränen, wenn ich in die Welt hinaus blicke, aus der Bahn die von Werbung zugeklebt ist. Ich vergieße Tränen, da ich an dich denke und du mir offenbart hast, was das Leben eigentlich bedeutet, wohin es führen kann, da du mir offenbartest was wichtig ist und was nicht.

Dies durch deine bloße Anwesenheit.

 

Ich verschütte Tränen, da ich sie lange nicht habe frei gelassen, ich habe Ihnen kein Gehör geschenkt. Jedes Mal, wenn nun eine Träne mit lautem Getöse über meine Wange rollt, bin ich nicht nur traurig, ich bin zudem von solch unendlicher Freude und Freiheit erfüllt, dass ich nicht begreifen kann, was mit mir geschieht.

Ich habe noch nie zuvor erlebt, wie sich solche gegensätzliche Gefühle parallel zueinander entwickeln können.

Ich habe noch nie erleben dürfen, was es heißt, beide Seiten zugleich zu sehen, und dies in allen Situationen.

 

Ich weine um dich, da ich dich niemals werde fassen können.

Weine für die Liebe, welche ich dir entgegenbringe und die so unendlich scheint, dass mein Herz zerspringen mag wenn ich an dich denke.

Einfach so.

 

 

Informationen und Wissen sind Gift. Sobald man anfängt, sich aufrichtig mit sich selbst, den Menschen um sich herum und der Gesellschaft zu beschäftigen, stirbt man tausend Tode, sobald man sich vor die Tür wagt und zudem der Musik, die im Hintergrund spielt, erliegt. Alsbald man anfängt, sich Gedanken zu machen um wichtigere Dinge als seine Problemchen, begreift man wie vielseitig doch das Leben ist.

 

Zumindest ergeht es mir so.

Zweifel an sich selbst, an der Aufrichtigkeit seiner Taten und an dem, an was man glaubt.

Und doch die Gewissheit, dass man auf dem richtigen Weg ist.

 

Leben – Leben will ich, ohne Einschränkungen.

 

Und heute – dieses Lied. Ein Lied. Für mich, für dich, für alle, die mir ähnlich sein mögen.

Ein Liedchen, in welches Zweifel eingemauert wurden, auf dass sie nie wieder hervortreten sollen, ein Liedchen einfach nur um der Schönheit Willen.

 

Das Begreifen, warum jetzt, warum nach 10 Jahren, wird niemandem außer mir und dir möglich sein.

Ich brauche keine Worte, keine Entschuldigung,

Die Frage „Verstehst du, was ich meine!“ ist mittlerweile nur noch eine Feststellung als eine Frage.

Ein Blick genügt. Manchmal reden wir schon gar nicht mehr, denn es ist einfach nicht nötig.

 

So schön das alles auch sein mag, umso mehr zweifle ich an dem KONZEPT, umso mehr mag ich mich einfach nicht in diese Gesellschaft eingliedern.

 


 

 

Denn ich passe hier einfach nicht rein.

Doch Trost schafft immerhin – ich weiß, dass DU mich verstehst.

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5. September 2012 3 05 /09 /September /2012 19:35

Grün- blaue Streifen malt die Sonne, als sie durch die Scheiben bricht.

Du zückst schnell den Fotoapparat, postierst dich passend und erschaffst neue Werke, mit dir selbst als Inhalt.

Du bist der Inhalt, anders wäre es auch falsch denkst du dir und lädst das Bild schnell hoch, damit deine Freunde es bewundern können.

Der Moment der Sinnlichkeit und Schönheit bekommt viele „likes“, während dessen löschst du die missratenen Fotos von der Kamera.

Dieses Gebäude hier, dieses alte zerschlissene Gebäude, welches einmal sicher viel Leben enthielt, versprüht einen gewissen Charme – und du bist ganz allein hier drinnen.

Deine Freundin, die laut „cool“ gerufen hatte, als sie von deinem Ausflug hörte, wird demnächst hier eintrudeln, die Frage ist nur, wie schnell sie den versteckten Eingang durchs Gebüsch findet.

Auch sie bringt eine Kamera mit, das weißt du, eine weit aus bessere mit viel mehr Pixeln und so.

Deine Hand streift über den Tisch, der schon tausende Spuren zeigt, die auf seinen nfrüheren Nutzen hinweisen.

Schon einmal warst du hier, genau einmal – mit ihm.

Die weiteren Besuche fand man dich nur zusammengehockt auf dem Berg Schutt, der sich hinter dem Gebäude befand.

Sie hatten schon lange mit den Bauarbeiten begonnen, wollten Loftwohnungen draus machen, und dies machte dich traurig.

Bis heute, heute spürt du etwas anderes, als du aus dem Fenster herab in den Innenhof blickst.

Eine innere Zufrieden- und Gelassenheit macht sich in dir breit und in diesem Moment hörst du hinter dir Schritte.

Du stellst die vor, wie du EURE Spinnereien wahr werden lassen würdest, die Hand um seinen Nacken legst und ihn anstiftest, all jene Gedanken dieses Abends wahrhaftig werden zu lassen.

Du drehst dich um und rufst: „Los geht’s, zück deine Kamera“ – und du lächelst.

Lächelst nicht etwa sie an, wie sie glaubt sondern belächelst dich selbst aufgrund dieser absurden Vorstellungen.

Du träumst immerzu, malst dir Dinge aus, die niemals geschehen würden, so real du sie auch in deinem Kopf ausmalst.

 

Sie schießt ein Foto nach dem anderen, während deine Hände alles berühren, was sie auch an jenem Abend berührt hatten.

Sie steht am Fenster und die Sonne malt grün- blaue Streifen, als sie durch die Scheiben bricht.

Du hörst einen Ruf: „Komm her, hier ist das Licht ganz fabelhaft!“ – und siehst einen Ausdruck auf ihrem Gesicht, der dich deutlich erkennen lässt, dass sie nicht dir zulächelt, sondern einem anderem, irgendwem, nur nicht dir.

 

Sie dreht sich um und blickt aus dem Fenster, während du dich ihr näherst. Stellst dich neben sie und blickst in ihr wunderschönes, zufrieden und gleichzeitig trauriges Gesicht.

Gerne würdest du fragen, was sie denkt, aber sie scheint so weit weg, dass du nur deine Ellenbogen auf den Fenstersims lehnst und es ihr gleichtust.

Nach einer Weile dreht sie sich langsam zu dir, küsst dich auf die Stirn und legt die Kamera vors Gesicht.

Es macht ganz leise zweimal klick, sie betrachtet die Werke, deren Inhalt du bist, und lächelt.

„Fabelhaft“ – befindet sie und lächelt an der Kamera vorbei, an dir vorbei und an der Welt vorbei.

 

 


 

 

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28. August 2012 2 28 /08 /August /2012 12:33

Das Holz hatte geschrien, als man es für den Zweck missbrauchte, die Liebe der beiden für ewig festzuhalten.

Nun singt es, wenn sich jemand auf die Bank setzt und den Tag genießt.

Es singt: >Sieh her, ich bin Zeuge einer wunderbaren Geschichte! Jeden Sonntag kommen diese beiden sich liebenden Menschen hier her, auch nach den vielen Jahren<.

Doch die Menschen die dort sitzen, können es nicht hören und fragen sich alle, ob diese Liebe noch so endgültig, so lebhaft ist wie vor diesen vielen Jahren, als sie hier einen Platz fand.

Es gibt überall auf der Welt tausende Herzen, tausende Bäume und abertausende Bänke, die Symbolik hinaustragen sollen, die Geschichten erzählen.

 

Die beiden saßen auf einer Decke auf der mit Blüten bedeckten Wiese – ihr erstes Date.
Später ging SIE hin, um ihre „Liebe auf den ersten Blick“ der Welt in nur zwei Buchstaben und einem Zeichen kundzutun.

 

Zur gleichen Zeit auf der anderen Seite der Welt ritzt ER mit dem Taschenmesser seines Bruders zusammen mit seiner frisch gebackenen Frau eben das Gleiche – nur mit einer anderen Geschichte – in eine wunderschöne, neu aufgestellte Bank.

 

Viele dieser Liebenden kommen viele Jahre später zurück, betrachten traurig den Beweis früherer schöner Zeiten,  wünschen sich zurück oder erinnern sich mit Freuden oder aber Wut, Trauer an den oder die Verflossene.

 

Doch jene, die es geschafft haben, sitzen manchmal immer noch gemeinsam auf der Bank, streicheln sich gegenseitig ihre faltigen Gesichter und sehen doch immer noch den gleichen Menschen wie früher:

Einen Menschen nämlich, den sie lieben.

 

 


 

 

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Ab sofort könnt ihr euch die meisten Artikel in den Kapiteln

"Akanthamöben..und das Auge macht Krawall!-Verlauf"

und "Akanthamöben..und das Auge macht Krawall!-Gedanken" anhören!

Hierzu müsst ihr nur das zum Artikel gleichnamige Video anklicken,

welches sich je unter oder über dem Text befindet.

Die noch fehlenden Artikel werden auch bald vertont, bitte um etwas Geduld ;) Frisst doch alles recht viel Zeit, weshalb ich nicht immer sofort dazu komme, das Geschriebene auch in auditiver Form bereitzustellen.

 

 


Zudem: Wenn ihr auf einer Seite landet, auf der Musik losspielt und

diese aber nicht euer Fall ist, einfach runterscrollen. Der Player befindet

sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

Ich wünsche euch viel Spaß.

 

 


DSC00051.JPG