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29. Juni 2012 5 29 /06 /Juni /2012 21:19

Ungefähr 580 Kilometer.

Und auf diesen 580 Kilometern wechselnd Gespräche, Schweigen, Gespräche..

Irgendwo dann zwischen dem ersten und dem letzten Kilometer - Erinnerung.

 

Früher.

Ich noch ein Stöpsel, sehr klein.

Schon die Vorbereitungen währten ewig, waren fast ein Ritual für die Großmutter.

Aber für mich ein sehr nerviges.

"Mach ma da nich so viel Butter drauf, das is eklig!". Beinahe zum 100. Mal sagte ich das, es wurde wieder gekonnt ignoriert.

Würde ich also wieder ohne Brot sein die Fahrt über.

Butter ist eklig, zumindest in solcher Menge!

Die Frage danach, was ich drauf haben wollte, endete wie immer:

"Butterbrot mit Salz schmeckt doch nicht!!!" - doch ich wollte nur Butter und Salz, ich liebte es sehr.

Trotzdem - Käse und Wurscht draufgeklatscht!

"Oma, ich ess doch kein Käse.." - den Käse ließ sie eisern auf dem Brot liegen.

"Wieso ist du kein Käse? Käse ist gesund!".

Fieser Blick zu mir.

Ich wusste, es war an der Zeit, zu schweigen.

Ich wusste, es würde auswegslos sein. Schon die letzten Jahre wurden meine Wünsche ignoriert.

Und meine Bitten abgetan als Mäkelei.

"Du bist viel zu mäklig" - das hörte ich in meinem Leben auch so an die hunderte Male.

Dass jeder Mensch einen anderen Geschmack hat, war da egal. Es musste akzeptiert werden, was man vorgesetzt bekommt.

Tomaten hasste ich, ständig gab es also eine "Tomatenstandpauke" und Versuche, mir diese ekligen roten Dinger trotzdem in den Mund zu quetschen, wobei mich schon der Gedanke an diese Gummiartige Schale, das feste Fleisch und den Wabbel darin anwiderte und mir Ekelgefühle verursachte!

Da steht ein Topf mit kochendem Wasser, hatte mich schon gefragt, was darin gekocht werden würde - SCHWUPPS - die Wiener rein.
"Ich ess doch nur kalte und ich mag doch nicht wenn die gekocht sind".

Ein Stöhnen, als würde die Welt gleich zusammenbrechen aufgrund meiner Aussage. Ein komisches Geräusch mit dem Mund, was zwischen Schnalzen und dem Fauchen eines Leguans (ja, die fauchen gelegentlich) lag, undefinierbar aber klar mit der Aussage:

"Dieses Kind treibt mich noch in den Wahnsinn!".

Also sage ich halt jetzt gar nichts mehr, ist eh zwecklos.

Ich beobachte nur, wie ein Bottich mit Nudelsalat, der vor Majonese trieft, in gleichgroße Gläschen gefüllt wird, wie Massen an geschnittenem Obst und Gemüse in die Tubberware wandern, wie ein Haufen Eier nebenbei abgekocht und in Tüten gefüllt werden, wie ein Gurkensalat der bestimmt wieder nach nichts schmeckt den Weg in eine Dose findet.

And so on, irgendwann geh ich dann einfach Zähne putzen, weil es mir langweilig wird.

Geschimpfe aus der Küche, dass ich doch faul bin. Besser als das Geschimpfe vorher, dass ich im Weg rumstehe denke ich mir und putze fleißig weiter, um dann in den Schlafanzug zu schlüpfen und wenigstens die letzten Stunden vor Abreise ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Ganz in der früh soll es schließlich los gehen, wenn es noch tiefschwarz draußen ist, die Straßen einem schwarzen Pinselstrich gleichen und kaum ein Auto zu sehen ist.

Schlafen kann ich lange nicht, weil mich die hartnäckige Frage quält, wer die ganzen Essensberge vertilgen soll, schließlich sind wir nur zu dritt und fahren vielleicht 5-6 Stunden. Wenns hochkommt.

Aber die Großmutter verhält sich immer so, als hätte man eine Weltreise vor sich und als würde im Zeitraum eben dieser wahrscheinlich die Welt untergehen und wir seien die einzig überlebenden.

 

Nachdem wir dann ein wenig gefahren sind (ich todmüde und unglaublich genervt), wird die erste Rast eingelegt.

Und mir grauts schon, als wir auf den Rastplatz fahren.

Da gibts Futterstellen für Menschen - mit einem abgenutzten Holztisch und Bänken drumherum, die auch schon bessere Tage gesehen haben und für Kinder zudem in ihrer Höhe gänzlich ungeeignet sind.

Und da wird man noch angepfiffen, wenn man kleckert..

Ich esse nicht viel, da ja wieder kaum etwas für mich akzeptables dabei ist, muss aber da trotzdem ewig verharren, da das so üblich ist.

Jede Rast wird ewig ausgedehnt, die Kinder schauen sich nur alle stumm und wehleidig an, da sie nichts tun können als den Erwachsenen beim Essen zuzusehen, die so wirken als würden sie NIE fertig bzw. satt werden.

Dann wird noch geplauscht mit dem Tischnachbarn, ich verdreh schon die Augen.

"Geh nochmal auf die Toilette!" ruft die Großmutter. Ich muss aber nicht und will vor allem nicht, da die Klos hier wieder widerlich stinken und versifft sind, dass es mich hebt.

Ich sag also, ich muss nicht und hoffe, das Thema ist wenigstens dieses Mal erledigt.

"Du gehst aber, nicht dass du dann im Auto jammerst!" "Ich muss aber wirklich nicht!" sag ich mit flehendem Blick.

Jetzt geht die Diskussion los.

Ich bin sieben oder acht zu dem Zeitpunkt, keine drei mehr, so viel sei mal gesagt. Ich werde doch wohl in dem Alter selber wissen, ob ich pissen muss oder nicht!

Das trau ich mich aber nicht zu sagen, denn dann gibt richtig Schelte.

Das Ergebnis genau dieser Diskussion endet unterschiedlich. Meist gewinnt sie und zwängt mich auf dieses widerliche Klo, wo ich meine "Luftanhalt"-Rekorde immer wieder um ein vielfaches gebrochen hatte.

Ich hätte zu dieser Zeit mit dem Tauchen anfangen sollen, ich hätte bestimmt die eine oder andere Medaille geholt!

Manchmal - selten - gewann ich auch.
Aber das war wirklich die Ausnahme.

 

Mittlerweile sind ein paar mehr Autos auf den Straßen, obwohl es noch immer dunkel ist.

"1, 2, 3, 4, 5 ...."

Er: "Hör auf, die Autos zu zählen! Du machst mich wahnsinnig" kommt es nach einer Weile vom Fahrersitz.

"Wieso?" meine verwunderte Frage. "Deshalb" lautet die Antwort.

"..11, 12, 13, 14...".

"HÖR SOFORT AUF; DIE AUTOS ZU ZÄHLEN DIE UNS ÜBERHOLEN!".

Meine Antwort fiel da folgendermaßen aus:

"Aber es gibt doch nur solche. Wir selber überholen doch keine! Mir ist sooo langweilig Opa, irgendwas muss ich ja machen!". Er sagt mir, dass ihm das egal ist und sagt, ich solle mir eine andere Beschäftigung suchen. Also beginne ich zu singen, was ihm nach kurzer Zeit aber auch nicht mehr zu behagen scheint.

"Spiele lieber mit deiner Oma >Ich sehe was, was du nicht siehst<!"

Mein Argument dagegen, dass wir auf der Autobahn sind und es nichts außer Autos, Bäumen und Straßen zu sehen gibt, zieht bei ihm nicht. Er weist mich darauf hin, dass die Autos verschiedenfarbig sind.

Dass das langweilig ist, scheint ihn nicht zu interessieren also versuche ich es mit einem anderen Argument, um diese Idee auszumerzen:

"Ja, aber sie überholen uns alle Opa! Da hat die Oma keine Chance, gegen mich zu gewinnen!".

Jetzt herrscht Schweigen, ich habe das Gefühl, die Luft knistert irgendwie, weiß aber nicht wirklich, warum..

 

Wir kamen natürlich heile am Ziel an. Trotz der Diskrepanzen.

Was aber geschah mit dem Essen?

..das diente noch 2 oder 3 Tage lang als Nahrungsgrundlage. War ja klar, dass das wieder so enden würde.

Dass da Zeuch schon eklig und wabbelig war, hatte nicht zu interessieren.

Und das gute gekochte, angebotene Essen der Gastgeber durfte nicht angerührt werden, bis die letzte Semmel gegessen war und auch die letzte Nudel vom Nudelsalat in mich hineingepresst worden war.

Nunja.

So ist das mit den Ritualen..

 

 

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18. Juni 2012 1 18 /06 /Juni /2012 17:05

Ich nehme meine Hand, entfalte sie von der Faust zur offenen Fläche.

Erinnere mich daran, wie sich ein kleiner Spatz damals als ich so klein war im Park auf diese setzte, da sie Brotkrumen hielt.

Ich betrachte sie genau. Und just breche in Tränen aus. Stumme Tränen, denn weinen darf ich ja nicht, sonst wird das Auge wieder schmerzhaft.

Ich möchte gar nicht wahr haben, was bittere Realität ist:

Genau diese Hand lässt mich daran denken, dass jeder Mensch sein Leben selbst beeinflussen kann, selbst "in der Hand" hat - was er tut, was er wird, in welche Richtung er zeigt.

Aber ich?

Meine Zukunft wurde in die Hand eines anderen Menschen gelegt.

Meine Zukunft habe ich gewählt, doch ist fraglich ob ich die Chance bekomme, sie zu "leben".

Ein anderer Mensch hat die Entscheidungsgewalt und ich kann nichts tun. Ich versuche zwar, in die richtige Richtung zu lenken, doch das Ergebnis liegt nicht in meiner HAND.

Bin schon so kraftlos und noch mehr Kraft wird mir jetzt abverlangt.

Zu kämpfen, mein Bestes zu geben, die Wege freizuschaufeln soweit es mir irgend möglich ist.

 

Ich sitze hier. Und warte. Auf Mittwoch.

Mittwoch erst geht es endweder VORWAERTS oder RUECKWAERTS.

 

Hände sind etwas schönes.

Sie können zärtlich sein, gefühlvoll. Können streicheln, trösten.

Sie können hungrige Spatzen füttern.

Laden ein. Sie können ERSCHAFFEN.

 

Jedoch können sie auch vernichten.

Vielleicht vernichtet diese Hand meine Hoffnung.

Vielleicht vernichtet diese Hand meine Chance auf ein "normales" Leben.

 

Und ich denke daran, dass es nicht nur mir so geht.

Auch anderen Menschen wurde ungewollt, unverschuldet! die Entscheidungsgewalt entrissen.

Und auch sie sitzen da und hoffen wahrscheinlich, wie ich, dass sich alles zum Guten wenden wird.

 

Wie schrieb schon Antoine de Saint-Exupéry:

"Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche.
Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?
Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen."

Anhand von Zahlen wird also nun bestimmt, wie es weitergeht. Wie MEIN LEBEN weitergeht. Oder auch nicht.
Anhand von Zahlen, Fakten und Formularen.

 

Und ich sitze hier - und hoffe.

Immernoch.

 

Und ich weigere mich momentan, aufzugeben.

Weiterkämpfen werde ich, solange ich noch kann.

Weiterkämpfen werde ich, bis zum Ende.

Ich bin nicht bereit.

Denn dann würde ich mich selbst aufgeben...

 

 


 

 

 

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11. Juni 2012 1 11 /06 /Juni /2012 14:29

 


 

 

 

Adressiert mit schwarzem Filzer an mich dieser graue Umschlag, ein Absender ist nicht zu erkennen.

Eine nach links geneigte Schrift steht mir da entgegen, meinen Augen völlig unbekannt.

Frag mich, was wohl dahinter steckt. Ich versuche meine Neugierde im Zaum zu halten, dreh' und wende den Brief immer wieder, schließe die Augen um Kleinigkeiten zu ertasten, streiche zart über den Umschlag. Unerwartete Post wirft immer Fragen auf.

Von wem kommt sie, was mag der Inhalt sein?

 

Doch diese Post enthält nicht die gewohnten Antworten, sondern wirft vielmehr noch mehr Fragen auf. Denn nach dem Öffnen entdecke ich nur ein Wirrwar einzelner Wörter, aufgeschrieben, ausgedruckt und in Teile zerlegt.

Lerche, Glasharfe, beisammen, Steg, Schiff, verdorrt.

Auf meiner Stirn bilden sich erst zaghaft, dann immer betonter Falten, die meine Verwunderung auf zwanzig Meter Entfernung erkennen ließen.

Ich lese sie wieder und wieder, versuche einen Satz zu bilden, schiebe sie hin und her, drehe und wende sie und doch kommt kein Sinn dabei heraus.

Ich weiß damit nichts anzufagen, doch meine Gedanken können sich nicht von dem Brief und den Wörtern lösen.

Somit setze ich mich nach Stunden der inneren Unruhe hin, und baue eine Geschichte, um diesem Ereignis ein Ergebnis zuordnen zu können, denn ohne Ergebnis kann ich nicht schlafen.

___________

 

Eine kleine Lerche flog wie so jeden Tag hinaus auf die Felder, um ihr Frühstück zusammenzusuchen, damit sie nicht hungrig den Tag verbringen müsse.

Sie sang dabei ihr Morgenlied, was schon so manch einen erfreut hatte, sie trug ihre Freude gerne in die Welt hinaus.

Doch an diesem Tag fand sie nichts für ihren Geschmack passendes, und so flog sie immer weiter, weiter hinaus, überflog Hügelchen und Bäume, welche sie zuvor noch nie gesehen.

Da nun der Tag so schön war, merkte sie in ihrer Begeisterung gar nicht, wie weit sie schon geflogen und vergaß sogar mit der Zeit, dass sie vor allem des Hungers wegen hinausgeflogen war.

Als die Sonne dann schon hoch am Himmel stand, bekam die kleine Lerche mit einem Mal einen riesigen Schreck, denn vor ihr lag auf einmal ein riesiges Ungetüm, welches Sie zuvor noch nie gesehen hatte.

Es war riesig, schien gar kein Ende zu finden und verschlang sogar den Horizont.

Was sie dort sah, war das Meer, doch das konnte die kleine Lerche natürlich nicht wissen.
Freilich gab es da so Geschichten, Gerüchte, Märchen über riesige Wasser, welche seltsame Tiere ihre Heimat nannten, doch hatte niemals einer ihrer Freunde das "Meer" gesehen, und somit glaubte man natürlich nicht, dass es dies tatsächlich gab.
Denn da sind die Lerchen so wie die Menschen:

Sie glauben nur das, was sie sehen und essen können, alles andere ist für sie reine Fiktion.

Die kleine Lerche setzte sich auf einen sehr großen Baum, um diesem Etwas nur ja nicht zu nahe zu kommen, und beobachtete eine ganze Zeit lang.

Es wankte hin und her, machte seltsame Geräusche, die die Lerche zeitweilen an die kleinen Flüßchen aus der Heimat erinnerten, nur war hier alles viel lauter und klang so impulsiv, beängstigend.

So saß sie da, streckte immer mal ihren Brustkorb hinaus, plusterte sich auf, sprang immer mal auf dem Ast hin und her, da das lange dahocken doch auf Dauer recht ungemütlich war.

Wusste sie doch aber nicht, was sie nun tun sollte. Die Futtersuche war natürlich vollends vergessen, dieses grün-blau fazinierte sie zu sehr.

Da kam auf einmal ein recht großer Vogel angeflogen, direkt auf sie zu. Natürlich erschrack die kleine Lerche, auch solch einen Vogel hatte sie noch nie zuvor gesehen.

Doch ein Vogel war es gewiss, wie sie. Denn er hatte Flügel zwei an der Zahl wie sie, Beinchen - zwei, wie sie und auch einen Schnabel, wenn er auch größer als der Ihrige war. Und so orange!

Grad schon wollte sie ihre Flügel ausstrecken und die Flucht ergreifen, da rief der gar seltsame Vogel ihr zu:

"So hab doch keine Angst vor mir, ich bin nur etwas größer als du, doch liebenswürdig bin ich ebenso!".

Und so entschloss sie sich, dazubleiben. In der Hoffnung, dieser Vogel könnte ihr erklären, was es mit diesem Ding da auf sich hätte, und ob es tatsächlich das Meer sei, wie sie vermutete.

Die kleine Lerche schwieg erst einmal, war sie doch wirklich noch sehr eingeschüchtert.

So setzte sich der Vogel neben sie, betrachtete sie von oben bis unten und lachte dann.

Das konnte die kleine Lerche nicht ertragen, sich auslachen zu lassen - dass hätte keine Lerche ertragen können. Denn sind sie doch sehr stolz auf sich und ihre Gattung, so wie sie sich flink und galant zugleich bewegten.

"Was lachst du da so? Ich bin genau so ein Vogel wie du, auch wenn ich etwas kleiner sein mag und andere Federn trage!".

Da sprach er: "Du kleiner Vogel, ich lache doch nicht über dich. Ich lache, weil ich glaubte, sehr viel zu wissen. Doch solch ein Vögelchen wie du - das ist mir mein Lebtag noch nicht untergekommen. Sag mir nun, wer bist du, dass du mit solch großen Augen seit einer halben Ewigkeit das Meer anstarrst, als hättest du es noch nie zuvor im Leben gesehen?".

Da erklärte die Lerche der Möwe, dass sie das Meer tatsächlich noch nicht gesehen habe, denn da wo sie herkäme, gäbe es nur Bäume und Felder.

So also kamen sie ins Gespräch und verstanden sich mit der Zeit recht gut miteinander, fast hätte ein Vorbeifliegender denken können, sie kennen sich schon ewig.

Sie erzählten sich von ihren Welten. Freilich kannte die Möwe auch die Felder sagte sie, doch könne sie sich nicht vorstellen, wie man dort glücklich werden könnte.

Sie erklärte ihr, dass sie die Tiere - zumindest die Kleinen - aus dem Meere fräße und dies sehr lecker sei. Zum Beweis stürmte sie auf einmal los und kam mit einem Fischchen im Schnabel zurück. Die Lerche probierte nach langem Zögern, doch schmeckten ihr die Insekten besser.

So hockten sie beisammen, unterhielten sich und es verging der Tag. Also legten sie sich alsbald schlafen, da die Nacht hereinbrach.

 

Am nächsten Tage dann verstanden sie sich noch besser und die Lerche ließ sich noch allerlei zeigen.

Sie war wirklich sehr begeistert vom Leben der Möwe und hatte nicht wenig Lust, eine Weile zu bleiben. Die Möwe war sehr angetan von der kleinen Lerche, also sprach sie ihr Mut zu.

So blieben sie Freunde und verbrachten jeden kommenden Tag zusammen.

 

Eines Tages sollte die Lerche auch erfahren, was es mit diesem Ding auf sich hatte, welches die Möwe ihr als "Steg" erklärt hatte.

Sie wusste ja bereits schon, dass die Menschen diesen erbaut hatten und er für ihre Reisemöglichkeit übers Meer diente und hilfreich war, diese zu verlassen.

So ganz verstanden hatte sie es jedoch noch nicht. Doch am besten lernt man ja wie ihr bereits wisst, wenn man etwas sieht oder erlebt.

So staunte die kleine Lerche nicht schlecht, als auf einmal solch ein seltsames Gefährt - genannt Schiff - daherkam und Menschen dieses am Steg anbanden.

Sie war begeistert, immer wieder so viel Neues kennenzulernen.

Umso erstaunter war sie, als sie sich die Möwe ansah.
"Möwe, sag, warum schaust du so traurig aus?" fragte die Lerche, und sie sollte ihre Erklärung bekommen.

Nach langem, betretenem Schweigen antwortete die Möwe:

"Liebste Lerche, es ist ein Elend. An diesem Steg legten die Menschen seit Jahren nicht mehr an, denn sie hatten das Land so ausgebeutet, dass all Gewächs so verdorrt und der Boden ohne Nährstoffe war. Somit hatten sie kein Interesse mehr, dies Land zu bebauen, denn es trug keine Früchte und keine Kräuter mehr.

Nun aber sind sie gekommen und wenn sie feststellen, dass es sich erholt hat und hier alles wieder blüht, werden sie es wieder aufreißen, neue Hütten bauen und das Land verderben mit ihrem Schmutz und mit ihren Chemikalien!".

Der Möwe entrann eine Träne, und da sie aber immer stark sein wollte und sehr stolz war, wendete sie sich von der kleinen Lerche ab. Sie sollte die Träne nicht sehen.

Doch hatte die kleine Lerche die Möwe so lieb gewonnen, dass sie richtig fühlte, wie auch ihr Herz zersprang. Denn zwei Liebende fühlen miteinander. So legte die kleine Lerche ihr Köpfchen an die Brust der Möwe und schwieg.

So saßen sie da einige Zeit, beide sehr sehr traurig, beide nicht wenig verzweifelt.

 

Es verging seitdem einige Zeit, und die kleine Lerche und die Möwe warteten darauf, dass diese zwei Menschen noch mehr Menschen holen würden, die dann das Land zerstören würden.

Doch sie warteten Tag um Tag, ohne dass dies geschah.

Diese beiden Menschen taten nichts, außer sich eine kleine Hütte zu bauen, hie und da wilde Früchte zu pflücken um sie zu verzehren und in das riesige Meer hineinzuspringen.

Dabei lachten sie, sie schienen sehr froh zu sein.

Mit jedem Lachen jedoch hatten Lerche und Möwe das Gefühl, es würde jemand ins kleine Herzchen zwicken, denn jedes Lachen brachte ihrer Meinung nach die Menschenflut näher.

Als einige Wochen später immernoch nichts geschehen war, wunderten sich beide sehr, und beschlossen entgegen dem Gesetz den Menschen nahe zu kommen, um herauszufinden was sie beabsichtigten.

Sie setzten sich am Abend, wenn die Sonne schon fast untergegangen war, in die Nähe der Menschen, um zu belauschen, was sie da so redeten.

Doch war da nichts gefähliches bei, sie entdeckten keinen Hinweis darauf, dass man ihr Land verraten wollte.

Natürlich saßen Lerche und Möwe immer im Schutz eines Astes, eines Baumes oder eines Steines, um ja nicht entdeckt zu werden.

Denn Möwe hatte gesagt, die Menschen sind gefährlich und täten den Tieren nur Unrecht und Leid an.

Eines Abends jedoch da geschah es!

Die Möwe hatte schon ihre Flügel ausgebreitet und war auf dem Weg in das Nachtlager, da verharrte die kleine Lerche noch auf dem Aste, da sie eigentlich heimlich Gefallen an den ihr freundlich scheinenden Gesichtern bekommen hatte und bemerkte so nicht rechtzeitig, dass eine Feder sich im Strauche verhangen hatte.

Als sie dann also davonfliegen wollte, hing sie fest und es knackste laut. Sie flatterte panisch, versuchte ihren Flügel zu befreien und bemerkte sofort den stechenden Schmerz.

Laut schrie sie nach der Möwe, um Hilfe, schrie ihre Schmerzen hinaus in die Welt.

Möwe hörte dies zu spät - sie hörte es später als diese beiden Menschen da, die gleich dahergelaufen kamen, um zu sehen was da los sei.

Einer der beiden nahm sie vorsichtig mit den Fingerspitzen, es war beinahe so als ob sie ganz zaghaft einen Apfel vom Baume pflückten, so jedenfalls kam sich die kleine Lerche vor.

Sie war froh darüber, der Mensch hielt sie auf offenen Händen und sie wollte sofort hinfortfliegen.

Aber weh! Sie konnte nicht! Sobald sie den Flügel auch nur ein Stückchen bewegte, überkam sie ein Schmerz, der durch ihren ganzen kleinen Körper stach.

Sie hatte sich den Flügel gebrochen! Nun war sie Gefangen und wohl zum Tode verurteilt, in den Händen dieser Menschen.

Möwe derweil flog über den Köpfen der Menschen hin und her, ganz aufgeregt und rief, wollte der Lerche Mut zusprechen.
Rief, sie würde sie retten, sich etwas einfallen lassen.

Und gleichzeitig rief Lerche ganz laut weiter um Hilfe, die beiden übertönten sich gegenseitig bis keiner mehr verstand, was der andere sagte.

Welch ein seltsames Bild gab das ab. Die beiden Menschen sich rege unterhaltend, die kleine Lerche in der Hand, laut schreiend, und die Möwe, in einer ungeheuren Lautstärke über den Köpfen der Menschen.

Umso lustiger sah es also aus, als auf einmal alle verstummten!

Die Lerche und Möwe vor Verwunderung, die Menschen vor Konzentration. Der eine hatte da seine Kleinung auseinandergerissen und nun versuchten sie gemeinsam, den Flügel der kleinen Lerche zu verbinden, welche trotz der Schmerzen und entgegen ihrer Logik immer wieder weiter versucht hatte, hinfortzufliegen.

Dann nahm der eine Mensch, welcher auch seine Kleidung geopfert hatte, seinen Hut ab, legte Gras und Stroh hinein und bettete die Lerche in den Hut.

Möwe betrachtete das Spektakel skeptisch aus der Luft und wusste nicht recht, was sie tun sollte.

Den Menschen war nicht zu trauen, das hatte sie gelernt.

Die kleine Lerche wurde nun im Hut ins Häuschen getragen und vor dem kleinen Ofen abgelegt, wo sie es schön warm hatte. Die Menschen legten sich alsbald zu Bette, so dass die Möwe sich getraute, durch das Fenster hereinzufliegen um klein Lerche nicht allein zu lassen und ihr ein wenig Futter zu bringen.

So lief dann jeder Abend ab. Den Tag über beobachtete die Möwe alles Geschehen vom Fenster her, des Abends kam sie zur Lerche hinein und legte sich zu ihr in den Hut, damit sie nicht allein sei. Sie flog dann beizeitem wieder auf den Fenstersims, da sie den Menschen immernoch nicht traute.

Sie war eine sehr skeptische Möwe!

Am fünften Tage jedoch, da war sie so müde, da sie der Lerche am Abend so viele Geschichten erzählt hatte, dass sie verschlief.

Sie wachte dann schlagartig auf, in Panik da ihr Gefühl ihr sagte, dass es schon sehr spät war.

Umso erstaunter war sie da, als vor dem Hut ein paar kleine Fischchen für sie und Insekten für die Lerche lagen.

Dann hörte sie die Menschen sprechen: "Du Gute, wir haben dich bereits vor Tagen bemerkt. Wie du der Lerche Futter gebracht und dich zu ihr gelegt hast. Du musst sie wahrhaft gerne haben! Zum Dank und zur Anerkennung haben wir dir die besten Fische gebracht, die wir heute früh fingen!".

Von da an waren diese beiden Menschen, Möwe und Lerche gute Freunde. Die beiden Vögel waren ihnen wohl sehr dankbar, auch die Möwe hatte ihren Argwohn abgelegt.

Sie teilten gemeinsam ihr Essen und ihre Zeit und hatten viel Freude miteinander.

Nur wussten Lerche und Möwe nie, wie sie sich je bedanken sollten und das stimmte sie von Zeit zu Zeit recht traurig. Sie waren beide sehr dankbare und gutmütige Geschöpfe.

Irgendwann hielten sie es nicht mehr aus und flogen an einem wunderschönen Morgen sehr früh los, um die Gegend nach einem schönem Ding abzusuchen, welches sie den Menschen bringen könnten.

Sie flogen den ganzen Tag, schauten unter jeden Stein, drehten jeden Grashalm um, befragten die anderen Vögel und Tierchen, die sie trafen.
Doch etwas Geeignetes fanden sie nicht, wollten sie doch etwas Besonderes bringen. Sie flogen weit, über viele Bäume und tausende Grashalme.

So blieben sie drei Tage aus und ihre Menschen machten sich nun schon sehr große Sorgen.

 

Da geschah es jedoch, dass Möwe und Lerche an einen riesigen, grauen Berg kamen, welchen sie zuvor noch nie gesehen hatten.

Vor ihm sprudelte eine winzige Quelle, von welcher eine Maus Wasser nahm. Die beiden fragten die Maus, ob sie ihnen nicht helfen könne.

Die Maus war von Hause aus nicht gerade sehr hilfsbereit, als sie jedoch die Verzweiflung der Beiden erkannte, verriet sie Ihnen folgendes:

"Ihr müsst zu des Berges Spitze fliegen, dort werdet ihr einen Eingang zu einem Gange vorfinden, der in eine sehr große Höhle führt. Dort liegt ein seltsame Glitzerding, von Menschenhand geschafften. Nehmt dies, und ihr werdet euren Menschen Freude bereiten!". Dann zuckte sie die Schultern, drehte sich um und lief fort.

Möwe und Lerche taten wie gehießen und nahmen das seltsame Ding, welches jedoch wunderschön aussah, mit sich.

Sie hatten schwer zu schleppen, doch sobald ihnen ein Vogel begegnete, half er ein Stück tragen, und so war die Last nicht all zu schwer.

So kehrten sie nach sechs Tagen endlich zurück und legten den Menschen dies Ding vor die Füße.

 

Ach, wie freuten die beiden sich!

Und nun sollten auch Lerche und Möwe erfahren, was es damit auf sich hat.

Die Menschen spielten darauf bezaubernde Musik, am Anfang noch sehr zaghaft und mit der Zeit immer besser, da sie lernten damit umzugehen.

Sie nannten das Ding da Harfe, und da sie aus reinem Glas, sogar die Saiten aus Glas bestanden, nannten sie es später die "Glasharfe".

Jeden Morgen und jeden Abend spielen sie auf dieser und jedes Mal kommen neue Tierchen hinzu und lauschen diesem Klang, den es nur ein einziges Mal auf der Welt gibt.

Denn eine Glasharfe gibt es nur einmal auf der Welt, doch das wissen sie alle nicht.

 

___________

 

Ich betrachte da mein Werk, und frage mich, ob dies vielleicht nicht sogar Absicht des Absenders gewesen sei.

Doch eigentlich ist es egal, denn jetzt kann ich mich schlafen legen...

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9. Juni 2012 6 09 /06 /Juni /2012 09:15

Die Preise sehr angenehm, das Klientel auch.

Ruhe, wann immer du Ruhe suchst.

Gegenüber ein angesagtes "Szene-Cafe", in dem sich die Leute um einen guten Platz schlagen, wo sie auch ja von Vorbeigehenden gesehen werden.

Hier, wo ich sitze, sieht mich keiner. Nimmt mich keiner wahr.

Eine Couch, sehr gemütlich, ein paar Tischchen mit Stühlen drumherum.

Eine kleine "Bar", hinter der das Essen und Getränke zubereitet werden.

Ein paar Bücherregale und einen hinteren Teil, in dem Gesteine verkauft werden.

Hier - findest du Ruhe, empfindest du Gemütlichkeit.

Wenn du hier bist, bist du frei. Legst du keinen Wert darauf, wer dich sieht und wer nicht, legst du keinen Wert darauf "GESEHEN ZU WERDEN"!

Gegenüber aber da - da tummelt sich so allerlei, was sich "Alternativ" nennt, ist es doch ein "alternatives Cafe", wo die Leute mit bornierter Gleichgültigkeit das Kaffeetässchen anheben und ihr Gesicht so hinter den Zeitungen verstecken, dass man es doch ganz gut noch erkennen kann.

Ist schließlich "cool", dort zu sitzen.

Ich aber fühl mich da ganz und gar "uncool". Ist das doch alles nur der derzeitige Hype, der die Studenten, Schüler und Geschäftsleute, die ANDERS sein wollen, hintreibt.

Immer wieder fallen Blicke auf, die suchend die Straßen abklappern, ob da nicht wer daherkommt, der sie SIEHT!

Es gibt dort Plätze, die immer zuerst belegt werden, da das Schaupotential größer ist als zum Beispiel am Tisch hinten links in der Ecke.

"Ach Mensch - du hier?" sagt ein blondes Mädchen nicht erstaunt zum Typ mit dem Lockenkopf.

Auch er nicht verwundert: "Ach nein, das gibt's doch nicht!".

Befriedigt, die Strichliste endlich beginnen zu können, schaut er weiter, nachdem sie weg ist, kann sich auf seinen Gesprächspartner mit dem blauen Tuch um den Hals schon kaum mehr richtig konzentrieren.

Deshalb wird hier auch meist nur "Smalltalk" geführt, um sich ja nicht aufeinander konzentrieren zu müssen.

Die Straße ist interessanter.

Alternativ sein ist jetzt in, alternativ sein muss man um mit bravour zu überleben, darzustellen und von sich selbst ein akzeptables Bild in der "Gesellschaft" machen zu können.

 

Der Typ im blauen Karo hat gerade beschlossen, heute mal doch mitzukiffen, denn er weiß, wenn er das jetzt öfter tut, kann er in ein paar Wochen dann mal behaupten, wie kaputt sein Leben doch eigentlich ist und schon immer war, weshalb er "ja schon immer" kifft und trotzdem was aus ihm geworden ist.

So beweisen wir nämlich Stärke!

Dass er aber genau in diesem Moment verkörpert, wie kaputt sein Kopf denn wirklich ist, checkt irgendwie so wirklich keiner, alle sind nämlich just in diesem Moment auf ihren Tee in den entzückenden Blümchentassen fixiert.

Ach, schmeckt der gut, und hier gibts ja so besondren Tee, den gibt es sonst NIRGENDS, der ist voll hype!

Dass der Tee aber direkt gegenüber im Teegeschäft eingekauft worden ist, scheine nur ich zu wissen. Oder wissen zu wollen.

 

Zudem wird dort die "Küche" in den Himmel gepriesen, wobei aber alle immer nur nen Burger kaufen, da der nicht so teuer ist wie der Rest vom Dargebotenen.

"Die Küche" dort ist 1a, das MUSS man einfach probiert haben", hört man einen Dahergelaufenen zu seiner schönen Begleitung sagen.

Setzt sich hin, bestellt einen Kaffee zum Zeitvertreib und einen Burger. Selbstgemacht, versteht sich, deswegen ist der ja so "in"!

Sie bestellt das Gleiche, nach einem nur sehr Kurzem Blick auf die Karte.

Sitzen dann da, diskutieren beschwingt über den Kulter-Teil der hießigen Zeitung und was denn heute Abend so "geht".

Abholen will er sie um elf, sie aber macht zwölf draus, damit sie noch genügend Zeit hat, sich "fertig zu machen", schließlich werden alle "coolen" Leute heute Abend anwesend sein, da muss man "gut aussehen".

 

Ich wende mich nun ab, greife mir ein Buch, welches mich schon lange beobachtet, und vergreife mich an dessen "lyrischen Inhalt", welcher mir eigentlich nur lyrisch erscheint, da er das ausdrückt, was ich in so manchen Momenten fühle und denke.

 

 


 

 

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7. Juni 2012 4 07 /06 /Juni /2012 23:35

Sechs Betten. Und ich alleine.

Ein Billardtisch, 4 Kö's. Und ich alleine.

Vier Stühle in der Küche, zwei Bänke auf dem Balkon, viele Gläser, viele Tassen, viele Teller.

Und ich alleine.

Riesiger Balkon. Für ein Dutzend Menschen Platz, überdacht. Und ich alleine. Dort...

 

Drei Räume.

Und ich..

 

Steh dort.

Habe Ruhe gesucht, Stille, Einsamkeit.

Doch jetzt - weiß ich nicht wohin mit mir und meinen Gedanken, sie erschlagen mich beinahe, erdrücken mich, schnüren mir die Kehle zu.

Wollte Einsamkeit und nun..

Will sie mich, will mich holen und verschlingen. Versuche krampfhaft, ihr zu entkommen, flüchte mich auf den Balkon.

Zigarette an. Habe nicht mal an den Alkohol gedacht, um mich zu betäuben.

Rauche gleich noch eine und noch eine und als ich feststelle, dass das nichts bringt, renne ich herein und schmeiße mich auf - Bett Numero ein.

Betrachte den Billardtisch, dann überkommt es mich und mein Körper bebt so sehr, dass ich Angst habe, das Bett würde es durch das ganze Zimmer rücken.

Dann überfällt mich Hass. Der Hass auf ihn, da er sich einfach aus dem Staub gemacht hat, der Hass auf mich, da ich das so an mich heranlasse, der Hass auf alle, die glücklich sind.


Also renne ich wieder auf den Balkon, rauche eine, schmeiße daraufhin den Wasserhahn der Wanne an um ein kochend heißes Bad zu nehmen, in der Hoffnung ich möge darin verbrennen.

Dem ist aber nicht so, ich schreie zwar kurz auf, aber mein Körper gewöhnt sich schnell an die Hitze.

Mache Musik an, schön deprimierend, rauche eine in der Wanne, tauche danach meinen Kopf unter Wasser, in der Hoffnung ich möge einfach so ertrinken.

Dem ist aber leider  nicht so und selbst ersäufen kann ich mich nicht.

Dann überlege ich, ob das mit dem Fön tatsächlich hinhauen würde, verwerfe dann aber den Gedanken da ich feststelle, dass das Kabel von der Steckdose bis zu mir erstens eh viel zu kurz wäre, zweitens ich den Mut nicht besitze, drittens - was wenn es schief geht? Und ich danach rumkrüpple?

Rasierklingen schießen mir als nächstes in den Kopf, hätte ich sogar mit, aber auch diesen Gedanken verfolge ich nicht weiter.

Denn ich habe nicht die Kraft hierfür. Ich habe gar keine Kraft.

Bin kraftlos.

 

     kraftlos.... fühle ich mich und tauche meinen Kopf wieder in das heiße Wasser, welches mir nun eher lauwarm scheint.

 

"Scheiße" denk ich dann so bei mir, warum hat er die Kraft und ich nicht. War sein Leben so schrecklich?

Ist meines etwa schön? Ist meines etwa besser? Was ist mein Leben denn ohne ihn?

Es ist definitiv leer.

 

   leer.... fühle ich mich und tauche, bis mir die Luft ausgeht und ich mich nicht länger unter Wasser halten kann.

 

 

Sechs Betten. Und ich alleine.

Ein Billardtisch, 4 Kö's. Und ich alleine.

Vier Stühle in der Küche, zwei Bänke auf dem Balkon, viele Gläser, viele Tassen, viele Teller.

Und ich alleine.

Riesiger Balkon. Für ein Dutzend Menschen Platz, überdacht. Und ich alleine. Dort...

Drei Räume.

Und ich..

Liege da. Eine Ewigkeit. Wenn ich ganz still verharre, ist die Wassertemperatur auszuhalten, sobald ich mich jedoch einen Millimeter bewege, schlägt das Wasser aus, bewegt sich, umstreift meinen Körper und lässt mich spüren, wie kalt es doch eigentlich mittlerweile ist!

Ein letztes Mal noch tauche ich unter, denk: "..wenn ich ewig hier liegen bleib, vielleicht erfrier' oder verhunger' ich dann?", probiere es aber gar nicht erst aus, weil ich die Wohnung hier eh nur zwei Nächte gemietet habe.

Außerdem ist das Eklig. Und ich zu bin zu gefräßig. Und zu feige.

Also springe ich dann aus der Wanne, schmeiße ein Handtuch über mich, gehe eine rauchen, zücke das Telephon und beschließe, der Ruhe, Stille und Einsamkeit ein Schnippchen zu schlagen und zu entkommen.

 

 

 

 

 


 

 

 

                                                                                                                                                          ..du fehlst mir !

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7. Juni 2012 4 07 /06 /Juni /2012 21:26

Es ward einmal ein kleines Mädchen, das lebte mit seiner Mutter in einem kleinen Haus, das vor Schönheit jedes andre in diesem Land übertraf.

Die Menschen nannten es da das Haus der Blumen oder Blumenhaus, da sich tausende von wundervoller Blumen um es herum rankten, jede auf seine Weise einzigartig.

Das Mädchen da ward bald älter geworden, jedoch konnte und wollte es die Mutter nicht allein lassen um ihr eigenes Glück zu machen, da diese schwer krank war und nicht allein zu leben wusste. Zudem liebte sie dies Haus so sehr, wenn es auch klein sein mochte und so wenig Platz bot.

So bliebs also daheim und stellte auch sonst gar oft das Wohl anderer über sein eigenes.

 

Eines Tages aber da geschah es, dass der Landesherr daher kam, da er von der Pracht des wundersamen Hauses wohl gehört hatte.

Er besah es sich und wollte es doch sein Eigen nennen.
Sein Schloss von dem er kam, war an Größe unübertrefflich und auch sonst sehr schick anzusehen, war doch aber das kleine Häuschen da in dem Dorfe etwas, was es nirgendwo sonst auf der Welt zu finden gab.

Er fragte also die Mutter, ob er ihr das Haus nicht abkaufen könne. Die Mutter hätte zu gern den üppigen Lohn genommen um sich und ihrer Tocher ein besseres Leben zu bescheren, doch fragte sie das Mädchen zuerst, was ihm denn lieber sei.

Da antwortete sie:

"Lieb' Mutter, die Bezahlung ist gar gut, doch gäbe es nichts, was mein Herz mehr erfüllen könnte, als hier wohnen zu bleiben mit dir und jeden Tag eine neue Blume wachsen zu sehen!".

So sprachs und ging davon.

 

Der Landesherr aber ward erzürnt, dass sie ihm sein Glück verwehren wollte und sprach zur Mutter:

"Ich habe ein Anrecht darauf, mir zu nehmen was ich will. Ich machte euch dies großzügiges Angebot und ihr schlagt es aus. Ich sehe dies als Beleidigung und werde euch ins Verließ sperren müssen!".

Und so geschah es also.

Er befahl, das Mädchen und die Mutter zu greifen und in ein Verließ zu sperren, wo sie nimmer mehr das Tageslicht erblicken würden.

Man tat wie gehießen und der Landesherr bezog sein neues Reich.

 

Als er schon mehrere Tage dort wohnte, begannen die Leute zu tuscheln, denn das Haus sah anders aus als zuvor.

Natürlich, es sah jeden Tag anders aus, da bisher jeden Tag eine neue Blume gewachsen war, doch entdeckte man nun hie und da Verwelkte.

Der Landesherr tat dies ab und machte das Wetter zu schulden.

Doch als dann Tag für Tag immer wieder eine Blume starb, machte er sich wutentbrannt zu seinem Schlosse auf, wo das Mädchen und die Mutter in getrennten Verließen harrten und ihr Leben fristeten.

 

Zuerst ging er zu der Mutter und fragte sie:

"Sag, du alte Frau, warum welkt jeden Tag eine Blume an diesem wundersamen Hause, seit ich dort wohne?".

Doch sie sprach da nur:

"Meine Tochter wird dir darauf Antwort geben können!".

So also ging er zu dem Mädchen und fragte auch sie:

"Sag, du seltsames Mädchen, warum welkt jeden Tag eine Blume an diesem wundersamen Hause, seit ich dort wohne?".

Und das Mädchen sah ihn mit festem Blicke an und fragte: "Wisst ihr das nicht selber, mein Herr?". Doch er schüttelte nur den Kopf.

Sie hielt kurz inne und erklärte ihm dann:

"Die Blumen wachsen aus der Liebe heraus. Habt ihr denn niemand, den ihr achtet, schätzt und liebt?".

Wieder schüttelte er den Kopf. So sprach sie dahin weiter:

"Ich liebe meine Mutter, ich liebte mein Dorf und meine Heimat. Ich liebte die Tiere um mich herum und auch das Haus der Blumen liebte ich von ganzem Herzen.".

Er besah sich das Mädchen, setzte sich hin und sann nach.

Genau eine Stunde tat er das, dann stand er auf und ging - wortlos.

Am nächsten Tage da kam er wieder, brachte ihr gut Essen, doch sie schob es nur von sich weg und bat den Herren, es der kranken Mutter zu bringen.

Er blickte sie erstaunt an, verharrte wieder eine Stunde bei ihr, stand dann wieder wortlos auf und ging hinfort in seine Gemächer.

Am dritten Tage dann kam er, brachte ihr ein Glas Wein, welches sie wieder von sich fortschob und darum bat, es der kranken Mutter zu geben. Genau eine Stunde saß er wieder bei ihr, bis er die Zelle verließ.

Am vierten Tage dann brachte er ihr eine warme Decke und ein Kissen, da sie am Tag zuvor gehustet hatte und drohte, sich stark zu erkälten. Auch an diesem Tage bat sie darum, doch lieber die Mutter damit zu umsorgen.

So ging es dahin noch einige Tage, nie sprachen sie mehr als ein paar Worte.

Der Herr gewann das Mädchen bald arg lieb und auch sie fand Gefallen an ihm, da er wohl doch ein gutes Herz besäße, was es nur herauszuholen galt.

Eines Tages, wie er dann dort saß, und die Tage gar nicht mehr zu zählen wusste, sprach er:

"Heute werde ich zum Blumenhaus zurückkehren. Sei du so gut, begleite mich. Denn ich schätze dich, achte dich und ich liebe dich zugleich."

Sie aber sprach: "Ich werde euch nicht begleiten können, denn ich kann verzeihen aber nicht vergessen. Nie könnte ich euch also so lieben, wie ihr es jetzt tut."

So also ließ er das Mädchen und die Mutter frei und ihres Weges ziehen, er aber lebt seitdem alleine im Hause der Blumen.

 

Und die Leute, sie stehen jeden Morgen früher auf als je zuvor, stürmen zum Hause und bestaunen es mit offenen Mündern.

Denn seither wachsen dort jeden Tag da Blumen zweie an der Zahl, und zudem noch Schönere, als es da jemals zu bestaunen gab.

 

 


 

 

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6. Juni 2012 3 06 /06 /Juni /2012 16:54
 2010

 

Selbstironie ist etwas Wunderbares! Selbstironie macht das Leben von Tag zu Tag lebenswert und bringt den Menschen dazu, kritisch sich selbst gegenüberzutreten.

 

Fehler sind etwas Wunderbares! Sobald der Mensch gelernt hat, ihnen mit Selbstironie entgegenzutreten. Und wenn dies geschieht, ist alles um so vieles einfacher. Das Leben ist nicht mehr bunt – es ist kunterbunt!

 

Nehme man sich also Zeit, in Zukunft ein wenig eher aufzustehen, einen Tee oder Kaffee zu kochen (oder was auch immer beliebt), sich hinaus auf eine Bank oder auf den Balkon zu setzen und erst einmal herzlich in den Tag hineinzulachen.

Wozu brauchst du schöne Ereignisse, Mensch!
Wozu musst du dich an wunderbare Momente erinnern?

Warum kannst du dich nicht an die Fehler erinnern, welche du begangen, ohne innerlich zusammenzuzucken und dich zu verurteilen?

Ein reelles Urteil zu bilden, ist unabbringlich, um erfolgreich im Leben zu bestehen. Doch sieh sie nicht nur kritisch, sieh sie positiv und gelassen, lach darüber!

 

 

Rueckwaerts?

Dreh den Kopf, bevor du losläufst!

 

 


 

 

 

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25. Mai 2012 5 25 /05 /Mai /2012 14:31

 


 

 

 

Saß das kleine Mädchen, schweigend und allein, auf einer Bank

am Rande der Wiese und schaute entlang

des Weges um zu erkennen,

warum es da saß.

 

Die Beine kaum lang genug als dass die Füße hätten den Boden berühren können.

„So lange du die Füße unter meinen Tisch unter meines Hauses Dache steckst, hast du zu folgen“, sagte der Vater immer zu ihr.

Dabei wollte sie träumen, wollte sie selbst sein, wollte doch nur

ihr Glück.

Da gab es dieses Mädchen in ihrer Klasse, hübsch anzusehen und auch recht nett, gescheit und gewitzt, von allen gemocht da schon in so jungen Jahren – Charakter.

Und das kleine Mädchen mochte sie auch, mochte aber doch gern Zeit mit ihren besten Freunden verbringen, spielen, toben, scherzen, ärgern und verzeihen.

 

„Man verzeiht nicht. Solange du etwer werden willst, darfst du nicht verzeihen, denn die Welt ist schlecht und du wirst ausgenutzt.“

Erzählte er ihr und nahm den Hammer, schlug auf sie ein, immer wieder.

Du wurdest missachtet, du bist zu nett, du darfst so lieb nicht sein.

Belogen, verraten, verarscht. Über dich lustig gemacht haben sie sich, ausgelacht, sitzen gelassen. Ausgenutzt, Ausgenutzt. Und noch mal mit dem Hammer:

keiner mag dich.

 

Das kleine Mädchen baumelt mit den Füßen, hin und her, her und hin.

Gibt doch alles keinen Sinn? Ich bin so klein, so jung, so echt.

Möchte so bleiben. Wer gibt ihm das Recht? Mich zu demütigen, oder hat er vielleicht Recht?


Da geht ein Junge, Schritt für Schritt, langsam auf die Bank zu mit skeptischem Blicke und zieht eine Augenbraue hoch.

Um sie herum dreht sich die Welt und wirkt schwarz, dann grau, so weiß. Und mit einem Mal wächst sie, schnell und schneller, der Kopf dreht, die Füße berühren auf einmal hart den Boden.

Der kleine Junge schreitet auf sie zu, wirkt mit jedem seiner Schritte selbstsicherer, baut seinen kleinen Körper vor ihr auf und fragt:

„Was machst du hier? Das ist meine Bank“.

Graues Haar im leichten Winde geschüttelt, die Brille zurechtgerückt, das Kleid sachte geordnet. Dann sieht die alte Frau ihn an und spricht. Nicht.

 

So steht er da vor ihr, die Augenpaare in gleicher Höhe aufeinander gerichtet, fest fixierend. Um die Augen des Jungen spielt ein leiser Hauch von Wut und Verwunderung. Seine Bank – wegen einer alten Frau - BESETZT.

Die Bank ist so schon recht klein gebaut, hier und da fehlt ein Brett und zudem – sie sitzt in der Mitte.

Neben ihren Augen kleine Falten, die ihn anlächeln und er erkennt – IHRE Mitte.

 

Sie rückt an den äußersten Rand der Bank, zupft behutsam ihr Kleid zurecht, schüttelt ihr Haar im Winde, spürt die aufkommende Frische im Nacken.

So sitzen sie dann da, schweigend. Eine gefühlte Ewigkeit.

Noch ein zweites Mal blickt sie ihn an. Sehr lang.

Reicht ihm ihre Decke hinüber, mit welcher sie die Knie bedeckt und fragt:

„Verzeihst du mir?“

Und bei ihm im Kopf dreht es sich, erst langsam, dann immer schneller, die Welt um ihn herum wird schwarz.

„So lange du die Füße unter meinen Tisch unter meines Hauses Dache steckst, hast du zu folgen“, sagt der Vater immer.

Dabei will er träumen, will er selbst sein, will doch nur

sein Glück.

 

„Man verzeiht nicht. Solange du etwer werden willst, darfst du nicht verzeihen, denn die Welt ist schlecht und du wirst ausgenutzt.“

Du wirst sonst missachtet. Du bist zu nett, du darfst so lieb nicht sein.

Belogen, verraten, verarscht. Über dich lustig gemacht haben sie sich, ausgelacht, sitzen gelassen. Ausgenutzt, Ausgenutzt.

 

So sprach er dann: „Nein“.

Denn sonst würde sie kommen. Immer wieder und er denkt beklommen: >Das ist doch aber meine Bank, mein Plätzchen, mein Schätzchen, wo niemand mich findet und bindet an – die Realität der Realität.“

Da steht die Frau auf und sagt leise mit stummen Lächeln: „Es ist nie zu spät!“.

 

 

DSC00667

 

 

 

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12. Mai 2012 6 12 /05 /Mai /2012 21:53

Und wie ich dann erfuhr,

da legte ich mich wieder zu Bette

und blickte ins Nichts, um  zu ergründen,

wo du nun seyst.

So lag ich da.

Sehr lange, bis ich aufstand und aß.

Es vergingen dahin viele Tage.

Irgendwann dann weinte ich kurz.

Bis man mich nahm

In den Arm

Mich hielt

Und da sagte:

Schau her, hast immer Gutes

Erzählt.

Und gelacht.

Mit ihr. Von ihr.

Und da lag ich dann da, lächelte,

Stand auf.

Und lebte.

Denn die Wahrheit ist.

Glück.

 

Und als da so die Wolken brachen,

da wusste ich, du würdest

glücklich seyn.

Und ich würde glücklich seyn.

Und eines Tages

käme einer daher, der da wäre

sehr unglücklich.

Und ich

könnte ihm geben ein Stückchen

des Glücks, welches du

mir hast beibringen können.

Was auch immer Glück

für dich gehießen,

war nicht in Worte zu fassen,

einzig ein Ausdruck

deines Gesichts zeigte mir

dein Befinden,

deine Seele.

 

Sonnenblumenkerne,

daher gereicht,

klein und doch so kraftvoll.

Um des Lebens Kern eine

reizend schöne Schale, mit vielen

Schattierungen.

Schütz das Innenleben, welches dann so

kraftvoll entspringt,

wächst und gedeiht, seyne

wahre Schönheit erst dem

intensiven Betrachter zeigt.

 

Wie ich dich da nahm in den Arm,

und wusste,

du würdest wandern gehen,

aus dem sonnigen Tale,

hinfort auf des Berges Spitze,

um der Sonne noch näher zu kommen,

war mir doch zugleich klar,

ich würde dich nie missen.

Bist du ja immer bei mir,

komme was da wolle.

Seyen die Mächte auch noch

so bös und finster,

sey der Horizont nicht mehr zu erkennen,

klare sich eben dieser auf um zu

entfalten deine

Schönheit und

Weisheit.

 

 


 

 

 

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19. April 2012 4 19 /04 /April /2012 15:51

Was ich am Wochenende mache, fragst du?

Magst mich wohl sehen? Nun gut, das lässt sich einrichten. Doch nur am Samstag.

Und was tust du momentan? Nichts. Gehst gleich zu Besuch. Und danach hast du Zeit.

Das finde ich gut. Lass uns doch gemeinsam etwas unternehmen.

 

Viele Spiele habe ich schon gewonnen. Auch dieses hier gewann ich bereits.

Vergiss das nie!

 

 

Gemeinsames Laufen hinzu zur Stadt. Kalt ist es heute.

Da kommt eine Bahn, lass sie uns nehmen. Die Bahn für uns alleine? Sehr gut.

Nein, ich möchte nicht spielen gehen, du etwa? Lass uns gemeinsam etwas trinken.

Es unterhält sich momentan so gut mit dir.

Vorbeikommen am Kino. Nein, nichts Gutes. Bin auch eher auf Kommunikation aus.

Und dann genieße ich das Zusammensein mit dir. Die Befürchtung, nichts zu reden zu haben, verschwindet, bis ich sie vollends vergessen habe.

Und wir reden über alles, kann die Augen nicht von dir lassen.

Immernoch übst du Faszination auf mich aus.

 

Und wir reden ohne Unterlass. Verstehen uns prächtig. Könnten sogar die Sätze das Anderen zu Ende führen.

Nicht immer aber doch sehr häufig.

Keine Beziehung also willst du, soso. Dabei kann es wundervoll sein. Ausziehen?? Ja, will ich. Ach, du auch? Dann lass uns zusammenziehen, eine Wohngemeinschaft.

Nein, du bist mir nicht zu verrückt. Ich bin nicht viel anders. Nur auf eine andere Art.

Ein roter Faden. Für den Abend. Und später.

Es schließt. Ich will nicht gehen. Jedoch keine Dramatik in mir. Ein Bedauern, allerdings kein Bruch.

 

Zu einer wunderbaren Zeit hat er uns rausgeschmissen!
Nichts fährt, eine Stunde lang. Nun laufen wir also duch die Nacht. Und entdecken- eine Wiese, welche recht groß scheint.

Bedeckt mit Schnee. Ach was, s ist schon kein Schnee mehr. So festgefroren, wie er ist.

Entdecken Spuren über Spuren- die der Raben, der Hunde und der Menschen, die jene ausführen.

Hinterlassen selber Spuren, blicken nicht zurück.

Geprägt ist die Nacht von Zweideutigkeiten. Mein Körper bebt wegen des Lachens, welches ich nur bei dir so austragen kann.

 

Da ist sie, die alte Druckerei. Schon immer wollte ich hinein.

Und du erfüllst mir diesen Traum. Ohne Unterlass erforschen wir jeden Winkel in dieser stillen friedlichen Nacht.

Sind glücklich.

Hoch hinaus geht es, hinauf aufs Dach. Nein, ich habe keine Angst. Ich weiß, es wird nichts passieren.

Und fasziniert erblicke ich den riesigen, leeren Platz unter mir. Spüre deine Anwesenheit hinter mir.

Kann kaum Begreifen. Es ist ein Traum, das muss es wohl sein. Mit dir gemeinsam.

Zeitlos irren wir herum, betrachten jedes kleine Detail.

Ein Balkon, welcher sich schon absenkt und in der Mitte geneigt ist.

Schon von der anderen Seite sah ich ihn.

Er wird nicht brechen!

Und mein Herz bleibt kurz stehen bei diesem Anblick dieses kahlen Baumes, welcher sich anfangs noch gegen die eisige Kälte zu wehren versuchte und mittlerweile von Eiszapfen bedeckt ist.

Er wird keine Luft mehr bekommen, das Eis bedeckt seine Zweige auf jedem Millimeter.

Im Detail liegt das Wunder.


Nach langer Zeit, wie es mir vorkommt stehen wir wieder vor dem Eingang und sehen uns noch einmal um.

Mehr als zwanzig Zentimeter Schnee bedecken den Innenhof, welchen wohl noch niemand erforschte.

 

Dies ist kein Schnee mehr. Schon vereist ist er nämlich, zeitweise an gewissen Stellen so sehr, dass es sich anfühlt, als würde man auf dem Boden laufen.

Und doch bricht man ab und zu ein, da andere Stellen nicht so verhärtet sind.

Ein Spiel machen wir daraus. Unser Gewicht müssen wir verlagern, um weiterzukommen.

Und aprupt bleiben wir stehen.

Sind fasziniert von dem Anblick, welcher sich uns bietet. Doch dieser Moment hält nur recht kurz.

Denn gleichzeitig rennen wir los, vor Freude strahlend, lachend.

Unbegreiflich. Eine riesige Eisfläche liegt vor uns, daneben noch eine kleinere.

Und sehr lange sind wir nicht zu bremsen.

Mit Anlauf also geht es auf das Eis. Wir fallen uns lachen in die Arme.

Fassen uns an den Händen.

Drehen uns im Kreis und halten und gegenseitig von einem Sturz ab.

Ich genieße deine Nähe, lache. Wir hören nicht auf zu scherzen.

Luftgitarre auf dem Eis, meterweit schlitternd. Umarmend stehen wir kurz da, lassen uns kurz darauf wieder los, um noch einmal zu rutschen.

Auf dich zu, von dir weg, auf dich zu komme ich.

Trotz deiner Größe kann ich dich über das Eis ziehen.

Du jedoch schaffst dies nicht. Das findest du gar nicht gut.

Der Trick ist, keinen Halt zu suchen auf dem Eis. Nur dazustehen und den Arm an die Hüfte zu ziehen. Dann wird das. Aber das begreifst du nicht. Ich werde es dir auch nicht sagen!

Es bereitet Freude, dich in solcher Verfassung zu sehen.

„Na Warte!“ Höre ich dich noch rufen und schwebe schon in der Luft.

Du wirbelst mich durch die Luft, läufst weiter.

Meine Beine lege ich um dich. Mag das. Und wir umarmen uns ein weiteres Mal. Nicht loslassen möchte ich dich, es ist alles wunderbar. Ganz großes Kino.

Wie in einem Märchen fühle ich mich. Nur dass du nicht mein Prinz bist.

Doch seltsamerweise bedauer ich dies nicht.

Dieser Abend macht mich glücklich, ich wünschte er würde noch lange andauern.

Begreife, dass diese Momente alle einmalig bleiben werden.

Für immer.

 

Wie ein wunderbarer Traum kommt es mir vor.


Euphorie am Rande des Wahnsinns.

 

 

 


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Hierzu müsst ihr nur das zum Artikel gleichnamige Video anklicken,

welches sich je unter oder über dem Text befindet.

Die noch fehlenden Artikel werden auch bald vertont, bitte um etwas Geduld ;) Frisst doch alles recht viel Zeit, weshalb ich nicht immer sofort dazu komme, das Geschriebene auch in auditiver Form bereitzustellen.

 

 


Zudem: Wenn ihr auf einer Seite landet, auf der Musik losspielt und

diese aber nicht euer Fall ist, einfach runterscrollen. Der Player befindet

sich dann in einem meiner Artikel.

Da ich alles recht schlicht halte, ist er auch auf Anhieb zu erkennen ;)

Ein so kleines Kästchen, wo ihr einfach auf Pause klickt.

 

 

Ich wünsche euch viel Spaß.

 

 


DSC00051.JPG